Neukölln hat wieder einen mobilen Konsumraum für Drogenabhängige

Ab 1. September werden in Neukölln wieder jeweils ein Drogenberatungs- und Konsummobil eingesetzt werden. Die Mobile werden vor dem Anita-Berber-Park an der Hermannstraße stehen. „Der stationäre Konsumraum in Neukölln ist ein gutes Angebot, weil er den Druck aus unseren Grünflächen und Hauseingängen nimmt. Aber er wirkt nicht in der Fläche. Suchtkranke Menschen brauchen flexible Angebote direkt vor Ort, sonst ziehen sie sich in dunkle Ecken, Parks und Hauseingänge zurück“, erklärte Gesundheitsstadtrat Falko Liecke zum Start des Angebots, das im Bezirk erstmal im Juni 2017 in der Nähe des U- und S-Bahnhofs Neukölln als Modellprojekt erprobt und mit der Einrichtung des stationären Konsumraumes in der Karl-Marx-Straße eingestellt wurde.

„Entgegen der bisherigen Vorgehensweise wird es pandemiebedingt keine öffentliche Veranstaltung zur Information der Bevölkerung geben. Die unmittelbaren Anwohnerinnen und Anwohner werden jedoch mittels Aushängen in den Wohnhäusern sowie dezentrale Veranstaltungen im Umfeld des Standortes durch die Straßensozialarbeit von fixpunkt gGmbH informiert“, teilte das Bezirksamt in einer Presseerklrärung ferner mit.

In Abstimmung mit der Polizei, dem Ordnungsamt und der Straßenverkehrsverwaltung wurde der Eingangsbereich des Anita-Berber-Parks mit Nähe zu Grünflächen, Friedhöfen und dem U-Bahnhof als geeigneter Stellplatz ausgewählt. Hier ist direkt am U-Bahnhof Leinestraße eine schnelle Erreichbarkeit für Konsumenten für einen geschützten Konsum unter hygienischen Bedingungen – einschließlich einer sicheren Entsorgung der Spritzen – sichergestellt.

Die beauftragte Straßensozialarbeit wird auch im unmittelbaren Umfeld des neuen Standortes tätig sein. Entlang der U-Bahnlinie 8 zwischen den Bahnhöfen Hermannplatz und Hermannstraße ist in den letzten Jahren eine besondere Belastung durch den Konsum illegaler Drogen entstanden, die der stationäre Konsumraum in der Karl-Marx-Straße nicht mindern konnte. Neben dem Konsum in den U-Bahnhöfen gibt es immer wieder auch Beschwerden über suchtkranke Menschen auf den benachbarten Friedhöfen, in Hauseingängen und Grünflächen. Der mobile Drogenkonsumraum, der allen Erfahrungen nach keine Beeinträchtigung der Anwohnerinnen und Anwohnern mit sich bringt, kann hier Entlastung schaffen.

Die Konsum- und Beratungsmobile werden zunächst zwischen Dienstag und Freitag von 9:30 bis 12:30 vor Ort sein. Eine Ausweitung der Standzeiten ist von der Verfügbarkeit des erforderlichen Fachpersonals abhängig. Berlinweit werden Fachkräfte für die stationären und mobilen Konsumorte dringend gesucht.

=Christian Kölling=

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