Mähen, trocknen, pressen

© Holger Koppatsch

Wer dabei sein will, wenn morgen die diesjährige Mahd-Saison auf dem Tempelhofer Feld beginnt, muss früh aufstehen: Schon gegen 5 Uhr wird Klaus Messinger mit großem landwirtschaftlichen Gerät am Tor 9 in Höhe des U-Bahnhofs Paradestraße erwartet. „Der frühe Zeitpunkt wurde gewählt, um Verkehrsprobleme in Berlin durch die große Mähmaschine zu vermeiden“, teilte die Pressestelle der Grün Berlin GmbH mit. Der Termin für die Mahd an sich ist wiederum mit der Obersten Naturschutzbehörde des Landes Berlin abgestimmt: Die Jungvögel der am Boden brütenden Feldlerchen sind nun flügge und nicht mehr durch den Einsatz der Mähmaschine gefährdet.

Damit auch Insekten nicht unter die Räder oder in die Klingen kommen, mäht der Landwirt aus Brandenburg die 120 Hektar großen extensiven Wiesenflächen nach einem ausgeklügelten System: Die erste Hälfte ist morgen dran, die zweite zwei Wochen später. So haben Insekten die Möglichkeit, aus den gemähten Teilflächen in die noch nicht gemähten Bereiche umzuziehen. In den Folgetagen wird das Gras mehrfach zum Trocknen gewendet und anschließend zu großen Heuballen gepresst. Der Großteil wird später als Viehfutter verwendet, einige Ballen bleiben aber auf dem Tempelhofer Feld und werden – als Haufen gestapelt – zu Sitz- und Spielgelegenheiten.

=Gast=