Für die Wissmannstraße wird ein neuer Name gesucht

Zwischen Hasenheide und Karlsgartenstraße verläuft in Neukölln die Wissmannstraße. Sie ist nach Hermann von Wissmann benannt, der zwischen 1890 und 1896 Reichskommissar bzw. Gouverneur im damaligen Deutsch-Ostafrika war, das die Gebiete des heutigen Tansania, Burundi und Ruanda umfasste. Nach einer zähen Diskussion beschloss die BVV Neukölln, dass eine geschichtliche Aufarbeitung des Straßennamens initiiert werden soll, deren Ziel die Umbenennung der Wissmannstraße ist. Seit Montag dieser Woche sind nun alle Anwohner, die Einwohner des Bezirks sowie die Initiativen Neuköllns herzlich dazu eingeladen, Vorschläge für einen neuen Namen einzureichen.

Gesucht wird vorzugsweise eine Namensgeberin die in Neukölln gelebt bzw. gewirkt hat und sich um den Bezirk besonders verdient gemacht hat oder die Widerstand gegen die Kolonialmächte geleistet hat oder sich gegen rassistische und koloniale Strukturen eingesetzt hat. Die Straße kann nur nach einer bereits verstorbenen Person benannt werden. Es darf keine gleich- oder ähnlich lautenden Straßennamen in Berlin geben. Der Name darf dem Ansehen Neuköllns nicht schaden: Personen, die an Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie der Beseitigung demokratischer Strukturen beteiligt waren, werden nicht berücksichtigt.

Aus den Vorschlägen wählt eine Jury Namen aus und schlägt sie der Bezirksverordnetenversammlung von Neukölln zur Wahl vor. Die Jury besteht aus Experten und Vertretern der Zivilgesellschaft sowie einem Anwohnervertreter aus der Wissmannstraße. Sollten keine geeigneten Namensvorschläge gemäß den oben genannten Kriterien eingereicht werden, erarbeitet die Jury eigene Namensvorschläge. Das Bezirksamt Neukölln nimmt Namensvorschläge online bis zum 26. Juli entgegen: www.berlin.de/ba-neukoelln/umbenennung-wissmannstrasse

=Christian Kölling=