„Uns hat man ja eingeimpft, lange zu stehen – jetzt müssen wir lange sitzen“

Im Rahmen der Amtshilfe nach Artikel 35 des Grundgesetzes unterstützen augenblicklich 60 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr in zehn Berliner Bezirken die Arbeit der Gesundheitsämter zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Fünf Bundeswehrangehörige des Wachbataillons der Julius-Leber-Kaserne sind bis vorerst Ende August im Pandemie-Stab des Gesundheitsamtes Neukölln an der Blaschkoallee eingesetzt. Der Bundestagsabgeordnete Dr. Fritz Felgentreu, seit Anfang 2018 verteidigungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, besuchte sie am vergangenen Mittwoch. Auch Generalmajor Carsten Breuer, Kommandeur des Bereichs Territoriale Aufgaben der Bundeswehr, der u. a. bundesweit über die Anträge auf Amtshilfe entscheidet und die Einsätze koordiniert, war zum Ortstermin nach Britz gekommen.

„Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung durch die Bundeswehr und hätte große Sympathie, wenn der Einsatz fortgesetzt wird“, begrüßte Gesundheitsstadtrat Falko Liecke seine Gäste. Bei einem Rundgang stellte er anschließend die drei Arbeitsbereiche vor, in denen die Soldaten mitwirken: Allein 25 von 120 Mitarbeitern des bezirklichen Pandemie-Stabs sind damit betraut, die Kontaktverfolgung Coronainfizierter in das Computersystem einzupflegen. Einige Räume weiter in der Telefonzentrale nehmen zwei Soldaten an der Corona-Hotline eingehende Anrufe entgegen. Darüber hinaus wird das Kita- und Schulteam von einem Angehörigen der Bundeswehr unterstützt.

„Uns hat man ja eingeimpft, lange zu stehen – jetzt müssen wir lange sitzen“, kommentierte ein Soldat lakonisch den Einsatz im Gesundheitsamt Neukölln. Um sich genauer nach ihren Eindrücken zu erkundigen, führte Felgentreu zudem allein ein kurzes vertrauliches Gespräch mit den Soldaten. Nach dem Gespräch informierte er sich bei Liecke und dem stellvertretenden Amtsarzt Dr. Andreas Zintel über den COVID-19-Ausbruch vom 5. Juni sowie über die anschließend für 369 Haushalte verhängte „sozialräumliche Quarantäne“ in Neukölln.

„Wir haben ein klares Interesse daran, dass die Bundeswehr in der Öffentlichkeit mehr sichtbar wird“, sagte mir der Bundestagsabgeordnete am Ende seiner Visite im Gesundheitsamt und befürwortete den Einsatz auch für einen längeren Zeitraum eindeutig. Bezirksstadtrat Liecke sprach sich ebenso für eine Fortführung des Bundeswehreinsatzes in Neukölln aus und äußerte sein Unverständnis, warum die Bezirke Lichtenberg und Friedrichshain-Kreuzberg auf Amtshilfe durch die Bundeswehr verzichten.

=Christian Kölling=

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s