Band der Solidarität vom Brandenburger Tor bis nach Neukölln

Mit einer über neun Kilometer langen Menschenkette setzten gestern Nachmittag einige zehntausend Menschen in Berlin ein deutlichen Zeichen für eine geschlechtergerechte, klimagerechte, soziale und antirassistische Gesellschaft. „Die Coronakrise verschärft bestehende Ungleichheiten. Viele drohen dabei zurück zu bleiben. Das werden nicht zulassen. Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit gehören zusammen“, sagte Georg Wissmeier für das Bündnis Unteilbar, dem 130 Organisatoren und Initiativen angehören. Unter dem gemeinsamen Motto „#SogehtSolidarisch“ gingen in neun weiteren Städten ebenfalls viele Menschen auf die Straße. Alle, die lieber zu Hause blieben, um große Menschansammlungen zu meiden, konnten den Aktionstag im Livestream verfolgen.

„Bei der als Menschenkette angemeldeten Versammlung hält man sich an die Hyginevorschriften“, bestätigte die Berliner Polizei via Twitter. Eine gut durchdachte Organisation der Veranstaltung, zu der viele Lautsprecher am Streckenrand, zahlreiche dezentrale Orte für Redebeiträge sowie unzählige Ordnerinnen und Ordner gehörten, die mit bunten Bändern ausgestattet waren und auf die Einhaltung der Abstandsregeln achteten, waren für diesen Erfolg verantwortlich. Auf manchen Abschnitten zwischen Brandenburger Tor und Hermannplatz standen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Menschenkette in mehrere Reihen parallel zueinander. Am Hermannplatz, dem ursprünglichen Endpunkt der Veranstaltung, wurde die Strecke der Menschenkette spontan bis in die Karl-Marx-Straße verlängert, um ausreichend Platz zu schaffen.

„Löhne rauf!“, „Gegen Feminizide. Keine Gewalt gegen Frauen“, „Stoppt die Brandstifter“, „Stop Deportation“, „Black kids matter“ und „Solidarität mit Opfern rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt“, lauteten die Parolen einiger Spruchbänder und Plakate auf dem letzten Kilometer der Menschenkette. Vor dem Eingang der Hasenheide trugen 10 Personen ein meterlanges Transparent, auf dem die Namen von Menschen standen, die infolge rechtsextremistischer Gewalt seit der Wiedervereinigung in Deutschland ums Leben kamen.

=Christian Kölling=