Parkplätze sollen Trimm-dich-Pfad des Campus Efeuweg weichen

Um eine Stellplatzfläche für PKW, die zwischen dem Gesundheitszentrum Lipschitzallee und dem benachbarten Sportplatz liegt, ist in Neukölln ein lokalpolitischer Streit entbrannt. In einer Anfrage wollte die CDU-Bezirksverordnete Ute Lanske kürzlich vom Bezirksamt wissen, ob mit dem Wegfall der Parkmöglichkeiten die Erreichbarkeit des Gesundheitszentrum für Menschen mit Behinderung weiterhin gewährleistet ist. Zudem fragte Lanske, warum die Planungen des Masterplans 1.0 für den Campus Efeuweg nicht mit dem Ärztezentrum abgestimmt worden seien.

„Die in Rede stehenden Parkplätze befinden sich im Fachvermögen des Schul-und Sportamts. Seit Bestehen der Stellplatzanlage weist eine Beschilderung darauf hin, dass der Parkplatz nur für die Nutzung der nahegelegenen Sportanlage zur Verfügung steht“, antwortete jetzt Schulstadträtin Karin Korte auf die Mündliche Anfrage (Drucksache 1832 / XX). „Gleichwohl werden die Stellplätze zurzeit auch durch die Ärzte-und Patientenschaft des Gesundheitszentrums genutzt. Diese Nutzung erfolgte bisher zu Lasten der Stadionnutzer (Vereine/Schule), die auf den Parkplatz nebenan ausweichen und Gebühren für das Parken entrichten müssen. Die bisherige Situation wurde durch das Bezirksamt lediglich geduldet“, so Korte. „Die kostenpflichtigen Parkplätze bleiben auch nach dem Bau des Trimm-Dich-Pfads erhalten, sodass Erreichbarkeit des Ärztezentrums per PKW weiterhin gegeben ist“, versicherte die Bezirksstadträtin:„Ich finde es unverantwortlich, dass hier Stimmung auf Kosten von Sportvereinen, Kitas, Schulen und auch Jugendfreizeiteinrichtungen gemacht wird, die von der Umgestaltung des Campus Efeuweg profitieren.“

Gerrit Kringel, Vorsitzender der Neuköllner CDU-Fraktion und Gesundheitsstadtrat Falko Liecke wollen dagegen die PKW-Abstellmöglichkeit für Ärzte und Patienten des Gesundheitszentrums vollständig erhalten. „Die Planung des Trimm-dich-Pfads hätte unbedingt mit dem Gesundheitszentrum abgestimmt werden müssen. Die Erreichbarkeit des Zentrums ist für die Neuköllnerinnen und Neuköllner unverzichtbar.“ , kritisiert Kringel. Das Gesundheitszentrum versorge neben den Terminpatienten allein in der orthopädischen bzw. unfallchirurgischen Praxis 120 Akutpatienten. Hinzu kämen noch die Patienten der hausärztlichen Praxen. Unterstützung kommt von Gesundheitsstadtrat Falko Liecke: „Das Gesundheitszentrum braucht eine gute Anbindung an die Infrastruktur – auch und gerade für den Individualverkehr, denn nicht alle Patienten können auf den öffentlichen Nahverkehr ausweichen“, sagte der CDU-Politiker.

Dem Vorwurf unzureichender Einbeziehung des Gesundheitszentrums bei der Planung des Trimm-dich-Pfads, hielt Korte entgegen, dass die letzte Anwohnerinformation, zu der auch das Gesundheitszentrum eingeladen war, am 7. November 2019 stattfand. CDU-Fraktion und Stadtrat Falko Liecke halten das für unzureichend und wollen sich auch weiterhin für die Belange der betroffenen Ärzte und Patienten einsetzen.

=Christian Kölling=