Ein Hauch von Normalität in Neuköllns Bibliotheken und Kirchen

Fast zwei Monate mussten die Nutzerinnen und Nutzer auf die Möglichkeit verzichten, Bücher, E-Books und andere Medien in den kommunalen Büchereien auszuleihen. Diese Durststrecke wird am 11. Mai beendet: Zumindest ein bisschen Vor-Corona-Normalität kehrt dann in die Helene-Nathan-Bibliothek in den Neukölln-Arcaden sowie die drei Stadtteilbibliotheken zurück.

Die Ausleihe und Rückgabe von Büchern und anderen Medien werde ab kommender Woche wieder möglich sein. Damit würden die öffentlichen Bibliotheken in allen Bezirken und die Zentral- und Landesbibliothek Berlin zeitgleich ihre Medien für die Berlinerinnen und Berliner bereithalten, kündigte Neuköllns Kulturstadträtin Karin Korte an. Zugleich wies sie darauf hin, dass die Ausgestaltung der Öffnung unterschiedlich ablaufen und rechtzeitig auf der www.voebb.de veröffentlicht wird.

Alle Medien sollten vorab online bestellt werden. Auch diese Funktion werde am 11. Mai wieder freigeschaltet. Nach der Bestellung, so Korte, erhalte man eine Benachrichtigung und könne dann zielgerichtet in die jeweilige Bibliothek kommen. Was Bibliotheks-Besuchern jedoch auch weiterhin verwehrt bleibt, ist die Nutzung der Computer- und Internet-Terminals sowie der Aufenthalt in Lesesälen.

Schon einen Tag früher, am nächsten Sonntag, lädt die Magdalenenkirche um 11 Uhr zum ersten Gottesdienst seit dem Lockdown ein. „Wir freuen uns sehr, dass wir nun wieder in unseren Kirchen zusammenkommen können“, sagt Dr. Christian Nottmeier, Superintendent im Ev. Kirchenkreis Neukölln. „Gottesdienst haben wir auch in den vergangenen Wochen gefeiert, in Hausandachten, Videogottesdiensten oder Audio-Andachten. Der Verzicht auf den physischen Kontakt ist vielen Menschen dennoch sehr schwer gefallen.“

Ob und wann eine Gemeinde wieder Gottesdienste anbietet, treffen die jeweiligen Gemeindekirchenräte, die sich derzeit noch im Abstimmungsprozess befänden. Sicher ist indes, dass in allen Kirchen besondere Schutzmaßnahmen gelten: Maximal 50 Teilnehmende sind erlaubt, ein Mindestabstand von zwei Metern ist einzuhalten und das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung geboten. „Wir werden alles tun, um das Ansteckungsrisiko so klein wie möglich zu halten“, informiert Nottmeier und weist zugleich darauf hin, dass Gemeindegesang vorerst in den Kirchen nicht stattfinden wird und auf Abendmahlsfeiern zu verzichten ist.

=Gast=