Neuköllner Spielplätze bleiben gesperrt

Das Bezirksamt Neukölln verlängert das Verbot des Aufenthaltes auf Spiel- und Sportplätzen bis zum 27. April. Zudem dürfen Jugendfreizeiteinrichtungen und Familienzentren weiterhin nicht für den Publikumsverkehr öffnen. Eine entsprechende Allgemeinverfügung unterzeichnete Gesundheitsstadtrat Falko Liecke am Freitag.

„Durch den vorherrschenden Übertragungsweg von SARS-CoV-2 (Tröpfchen) z. B. durch Husten, Niesen oder teils mild erkrankte oder auch asymptomatische Personen kann es zu Übertragungen von Mensch zu Mensch kommen. Soziale Treffpunkte wie Jugendeinrichtungen, Spiel- und Sportplätze sowie Familienzentren stellen insofern ein besonderes Risiko dar, die Ausbreitung des Virus innerhalb der Bevölkerung zu beschleunigen“, begründet der Gesundheitsstadtrat die Entscheidung.

„Diese Maßnahmen sind auch erforderlich, da keine milderen Mittel im gleichen Maß dazu beitragen, eine Übertragung des SARS-CoV-2 Virus zu verzögern. Zwar werden die Grundrechte der vom Verbot betroffenen Personen in erheblichem Maße eingeschränkt, da von der Allgemeinverfügung eine Vielzahl von Einrichtungen betroffen sind und das Verbot weit in das Privatleben der betroffenen Personen hineinreichen kann. Dem gegenüber stehen jedoch höherrangige Rechtsgüter, namentlich Leben und körperliche Unversehrtheit potentiell durch den Virus und die durch ihn ausgelöste Erkrankung bedrohter Menschen“, erläutert Liecke in einer Pressemitteilung.

Zur Entwicklung der aktuellen Corona-Fallzahlen im Bezirk veröffentlichte der Gesundheitsstadtrat gestern ein Video des Neuköllner Amtsarztes Dr. Nicolai Savaskan. „Unsere Anstrengungen zeigen Wirkung“, fasste Liecke dessen Bericht zusammen. Zwar gebe es in weiterhin steigende Fallzahlen, die auch leicht über dem Berliner Durchschnitt liegen, doch mit dem Verhalten der Neuköllnerinnen und Neuköllner sei es bisher gelungen, die Ausbreitung von Covid-19 wirklich signifikant zu reduzieren. Während Mitte März eine infizierte Person binnen vier Tagen weit mehr als drei weitere Personen ansteckte, ist die sogenannte Reproduktionszahl inzwischen annähernd bei 1 angelangt. „Das heißt keine Entwarnung, weil 1 heißt, dass ein Infizierter binnen vier Tagen eine weitere Person infizieren kann. Aber das bedeutet auch, dass wir mit unserer Arbeit hinterherkommen. Dass wir infizierte Personen finden können, um sie zu schützen. Insofern ist das ein großer Erfolg, was Sie durch Abstandhalten, durch Händehygiene, durch Husten- und Nieshygiene bisher erreicht haben“, sagte Dr. Savaskan.

=Christian Kölling=