Sorge um die Prinzessinnengärten auf dem St. Jacobi-Friedhof II

„Die Prinzessinnengärten sind in Gefahr“, warnt Dr. Susanna Kahlefeld (Grüne) in ihrem aktuellen Newsletter. „Stadtrat Eberenz verlangt den Abbau sämtlicher Beete, der Torftoiletten etc.. Er beruft sich dabei auf ‚Naturschutz‘“, schreibt die Neuköllner Wahlkreisabgeordnete und kündigt ihre Unterstützung für das Projekt an. Die Prinzessinnengärten in Neukölln sind Teil des europäischen Edible-City-Network und bauen auf der Konversionsfläche des St. Jacobi-Friedhofs ein Zentrum für Umweltbildung auf. „Im eng bebauten Norden Neuköllns ist das gerade mit Blick auf die Kinder ein wichtiges Anliegen“, so Kahlefeld.

Das Forschungsprojekt will nach eigenem Bekunden auf die Herausforderungen antworten, die mit der Enge wachsender Städte für das soziale Zusammenleben, die Umweltgerechtigkeit und die Gesundheit verbunden sind. Erst im August 2019 erhielt der Jonglirium e. V. auf dem Gelände im Norden Neuköllns die Fördergelder einer Lotterie. Neben einem Gelände am Moritzplatz bearbeiten die Prinzessinnengärten an der Hermannstraße 99 – 105 inzwischen auch eine Garten- und Naturfläche. Für Kinder und Jugendliche wird hier Gemüse in Hochbeeten angebaut, und Streuobstbäume sind angepflanzt worden. Es gibt Honigbienen, und der umgebende Naturraum kann erkundet werden. Außerdem ist auf einem ehemaligen Teilstück des Friedhofs eine Umweltbildungsfläche angelegt worden.

Bezirksstadtrat Bernward Eberenz (CDU) wollte sich mir gegenüber nicht zu Rückbaumaßnahmen äußern, die dem Evangelischen Friedhofsverband Berlin Stadtmitte bereits Mitte Februar auferlegt wurden. „Das müssen wir erst verwaltungsintern besprechen“, erklärte er mir vor Ostern bezüglich eines Widerspruchs, den der Friedhofsverband im April eingelegt hat.

=Christian Kölling=