Superarme richten Lieferservice für Tafelkunden ein

„Arme helfen Armen“, lautet das Motto des gemeinnützigen Vereins Die Superarmen, dessen Gründerinnen und Gründer sich im Frühjahr 2018 bei einer Ausgabestelle der Tafel in Neukölln kennenlernten. „Wegen der Corona-Krise sind die Ausgabestellen der Tafel von Laib und Seele augenblicklich geschlossen. Zu Recht, denn niemand soll vorsätzlich gefährdet werden“, schrieben mir kürzlich Christa Vieten und Wolfgang Retzlaff von den Superarmen und machten gleichzeitig auf ein Problem aufmerksam, das mit der Tafelschießung verbunden ist: „Viele Kunden der Tafel wissen nun aber nicht mehr, woher sie preiswerte Lebensmittel bekommen. Wir stehen auf dem Schlauch!“

Doch die Superarmen beklagten sich nicht nur, sondern organisierten in Selbsthilfe kurzfristig gemeinsam mit dem Kulturlabor Trial & Error aus der Braunschweiger Straße einen Lieferdienst für rund ein Dutzend Tafelkunden aus dem Einzugsbereich der Magdalenen-Kirchengemeinde in Nord-Neukölln ein. Das Bezirksamt unterstützte sie dabei spontan und unbürokratisch mit Lastenfahrrädern der Aktion „Schön wie wir“, sodass am 26. März die ersten Verpflegungsbeutel mit Obst, Gemüse, Joghurt und anderen Lebensmitteln ausgefahren werden konnten. „Wir wollen der Tafel keine Konkurrenz machen, nur eine Lücke füllen, bis alles wieder wie gewohnt läuft“, stellten die Superarmen klar.

Inzwischen hat die Tafel angefangen, ihre Ausgabe neu zu organisieren. Wie gewohnt holte ein Lastkraftwagen der Tafel am 2. April aus Supermärkten die Lebensmittelspenden ab, die anschließend von Neuköllner Kiezhausmeistern mit Lastenrädern ausgefahren wurden. Christian Berg, Sprecher von Bezirksbürgermeister Hikel, wünscht sich, dass die selbstorganisierte Hilfe der Superarmen mit Tafel und Kiezhausmeistern in Zukunft gut zusammenarbeitet. „Wir unterstützen beide Initiativen“, versicherte mir Berg am Dienstag und fügte hinzu: „Wenn es nötig wird, können wir uns auch um weitere Lastenräder kümmern.“

=Christian Kölling=