Eine Woche Corona-Krisenmodus in Neukölln

Läden dicht, Grenzen zu: Um 90 Prozent ist die Zahl der Flugpassagiere in Schönefeld binnen einer Woche zurückgegangen. Viele Geschäfte sind bis vorerst 19. April aufgrund einer Verordnung des Berliner Senats geschlossen. Das öffentliche Leben ist weitgehend eingeschränkt. Bis vorerst 5. April gilt nun auch ein Kontaktverbot, das Ansammlungen von mehr als zwei Personen verbietet. Kirchen, Moscheen, Synagogen, Tempel sind ebenso wie Vereine, Parteien und andere Einrichtungen davon betroffen. In der Öffentlichkeit gilt ein Abstandsgebot zwischen Personen von anderthalb bis zwei Metern. Alle Beschränkungen werden – auch in Neukölln – weitestgehend befolgt. Die Polizei kontrollierte gestern mit Hubschrauber-Unterstützung die Anordnungen in großen öffentlichen Parks, wie in der Hasenheide.

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci empfahl am Dienstag allen Seniorinnen und Senioren über 70 Jahre, sich ab sofort für mindestens zwei Wochen freiwillig in häusliche Quarantäne zu begeben. Ein Ratschlag, der auch Widerspruch hervorrief. „Wer geht für mich zum Arzt?“, fragten sich Senioren. „Ältere brauchen ihre sozialen Kontakte und müssen auch einmal vor die Tür gehen können“, räumten jüngere Menschen ein, die es grundsätzlich befürworten, wenn Senioren sich jetzt schonen. In vielen Nachbarschaften werden Einkaufshilfen organisiert.

Das Bezirksamt Neukölln stellt 10.000 Euro Sondermittel aus dem FEIN-Programm für die Corona-Krisen-Nachbarschaftshilfe zur Verfügung. „Alles ist denkbar“, sagte mir Christian Berg, Pressesprecher des Bezirksbürgermeisters, gestern am Telefon und ermunterte alle zur Antragstellung. Er fügte hinzu: “Die Antragsfristen des regulären FEIN-Progammes gelten für das Sonderprogramm nicht.”

Pro Vorhaben stehen bis zu 800 € zur Verfügung. So können etwa die Kosten zur Ausleihe von Lastenfahrrädern oder Mietautos sowie Tankquittungen übernommen werden. Es können nur solche Vorhaben gefördert werden, die nicht ausschließlich in Quartiersmanagement-Gebieten stattfinden. Weitere Informationen unter www.berlin.de/ba-neukoelln/politik-und-verwaltung/beauftragte/eu-angelegenheiten/artikel.788512.php sowie der Mail-Adresse fein@bezirksamt-neukoelln.de.

=Christian Kölling=

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