Corona-Pandemie: Was läuft noch in Neukölln?

Um die Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 zu verlangsamen, werden auch in Neukölln derzeit zahlreiche Maßnahmen ergriffen. Das Bezirksamt informiert in einem gestern eingerichteten Bezirksticker laufend über die aktuellen Entwicklungen. Dort werden auch Hinweise zu Erkrankung und Prävention gegeben.

Alle erforderlichen Dienstleistungen des Bezirksamtes werden grundsätzlich weiterhin angeboten. Der Publikumsverkehr wird jedoch auf das absolut notwendige Minimum reduziert, teilte das Bezirksamt gestern (Stand: 15. März, 10:30 Uhr) mit.

Ab morgen und bis einschließlich der Osterferien werden alle allgemeinbildenden Schulen sowie alle Kitas in Berlin geschlossen. Auch alle bezirklichen Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, die Senioren- und Behindertenfreizeiteinrichtungen sind ab heute bis auf Weiteres geschlossen. Alle bezirklichen Einrichtungen für Kultur und Weiterbildung sind ebenso wie alle öffentlichen Neuköllner Sportanlagen (Sporthallen, Sportplätze, Tagungsräume) und alle Stadtbibliotheken zunächst bis zum 19. April unzugänglich.

Alle Veranstaltungen mit mehr als 50 Menschen sind in ganz Berlin seit Sonnabend aufgrund einer Verordnung des Senats verboten. „Die Zeit für Partys gibt es jetzt einfach nicht mehr“, sagte die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Samstagabend im rbb. Gleichzeitig kündigte die Senatorin im rbb-Interview an, dass mit weiteren drastischen Maßnahmen gerechnet werden müsse.

Sonntagabend wurde in sozialen Medien aufgrund eines Berichtes im Magazin Focus spekuliert, ob dem Beispiel Berlins folgend jetzt ein „Deutschland-Shutdown bevorstünde. Der Virologe Prof. Dr. Christian Drosten von der Berliner Charité warnte vor Panikmache und erklärte in seinem Podcast-Update vom 13. März: „Natürlich kann man noch einkaufen gehen. Und es ist der komplette Unsinn, sich mit irgendetwas einzudecken, das nicht verderblich ist.“

Die Bundesagentur für Arbeit teilte am Sonntagabend mit: „Wegen der aktuellen Ausbreitung des Corona-Virus in Deutschland ist es möglich, dass einzelne Geschäftsstellen der Arbeitsagenturen oder Jobcenter vorübergehend schließen müssen. Dies dient dem gesundheitlichen Schutz der Kundinnen und Kunden sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Die Zahlung der Geldleistungen sei aber gewährleistet, auch wenn eine Geschäftsstelle geschlossen ist.

Besonders hart sind in Neukölln die Kunst- und Kultur-Szene sowie die oft prekär Beschäftigten der Kreativwirtschaft von den Einschränkungen des öffentlichen Lebens betroffen. „Wir fahren im Augenblick auf Sicht“, sagte mir Andreas Altenhof vom Direktorium der Neuköllner Oper nach der Uraufführung des Stücks „Opera for Sale“ am vergangenen Donnerstag. „Unsere Aufführungen im Studio waren bis April ausverkauft, doch wegen des Coronavirus können wir vom 13. März bis vorerst 31. März keine Vorstellungen geben“, bedauerte Altenhof am Premierentag und fügte an: „Kulturstaatssekretärin Grütters ist jetzt gefragt.“

=Christian Kölling=