„Fachkräftebedarf ist die Wachstumsbremse, die vor uns liegt“

Bereits zum fünften Mal veranstaltete die Bundesagentur für Arbeit gemeinsam mit dem Estrel Berlin die „Jobbörse für Geflüchtete und ausländische Arbeitssuchende“. Für diese Zielgruppe ist es die größte Berufs- und Ausbildungsmesse in ganz Europa. 2019 nahmen 186 Aussteller und 3.800 Besucher an der Veranstaltung teil.

Über 100 Aussteller brachten am vergangenen Montag – trotz Corona – ihre aktuellen Stellenausschreibungen und Ausbildungsmöglichkeiten mit. Dabei waren in diesem Jahr Unternehmen wie TÜV Rheinland, Freie Universität Berlin und Gegenbauer Holding SE & Co.KG. Am Eingang wiesen Schilder darauf hin, dass der Zutritt nur für Personen gestattet war, die nicht aus Risikogebieten (COVID19) kommen und keine Anzeichen wie z. B. Fieber, Husten und Atemprobleme zeigen. Damit sich der Besucherandrang über den ganzen Tag verteilen konnte, waren die Messebesucher im Stundenabstand in die Ausstellungsräume des Estrel eingeladen worden. Auch wenn nicht so viele Aussteller wie im Vorjahr an der Jobmesse teilnahmen, war das Interesse auf beiden Seiten wieder groß. Nur ein unbesetzter Stand des LernLadens Neukölln war die Ausnahme.

„Fachkräftebedarf ist die Wachstumsbremse, die vor uns liegt“, stimmte Detlef Scheele, Vorsitzender des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit, die Medienvertreter in einer Pressekonferenz vor dem Rundgang auf das Thema ein. „Der wirtschaftliche Erfolg Deutschlands hängt auch davon ab, dass es gelingt, möglichst das gesamte Arbeitskräftepotenzial in unserem Land auszuschöpfen. Messen wie die Estrel-Jobbörse tragen dazu bei“, sagte Scheele. Die Jobmesse sei ein erfolgreiches Beispiel dafür, wie die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt gelingen kann, wenn alle Partner – die Bundesagentur für Arbeit, Arbeitgeber, Politik und weitere Akteure – eng abgestimmt zusammenarbeiten. Den Bedarf und den Mangel an Fachkräften weist die Arbeitsagentur regelmäßig in Statistiken nach Regionen und Branchen getrennt aus.

Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel erinnerte ebenfalls an die Wichtigkeit der Veranstaltung: „Menschen, die in unser Land, in unsere Stadt, in unseren Bezirk kommen, brauchen Arbeit um sich ein eigenständiges Leben aufbauen können. Die Neuköllner Jobbörse für Geflüchtete und ausländische Arbeitssuchende leistet hierbei auf unkomplizierte und unbürokratische Art einen vorbildlichen Beitrag, wie die zahlreichen Besucher wieder einmal gezeigt haben.“

Während der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit anschließend in der Messehalle für Fernsehteams als Interviewpartner zur Verfügung stand, machten Mario Lehwald, Geschäftsführer Agentur für Arbeit Berlin Süd, Bezirksbürgermeister Hikel und Ute Jacobs, Geschäftsführende Direktorin des Estrel Berlin, einen Rundgang, bei dem sie sich an mehreren Ständen ausführlich informierten.

Zu den Unterstützern der Jobbörse gehörten in diesem Jahr die ABZiel Arbeit Beratung GmbH, die spezielle Jobcoachings anbietet, und ARRIVO Berlin, eine von der Senatsverwaltung für Arbeit geförderte Ausbildungsinitiative für junge Geflüchtete.

=Christian Kölling=