In der Walter-Gropius-Schule diskutierten Experten über das Berliner Neutralitätsgesetz

In der Neuköllner Walter-Gropius-Schule veranstaltet das Oberstufenforum Religion & Politik regelmäßig Podiumsdiskussionen mit Expertinnen und Experten zu aktuellen und spannenden Themen. Das Oberstufenforum ist eine interreligiöse Kooperation der Fächer muslimische bzw. christliche Religion mit Grundkursen Politische Weltkunde der Oberstufe. Schülerinnen und Schüler der 11. bis 13. Klassen können hier in einer freiwilligen Arbeitsgemeinschaft das Themenfeld Religion und Politik vertiefen.

Über das Für und Wider des Berliner Neutralitätsgesetzes, das Lehrkräften an öffentlichen Schulen – mit Ausnahme von Berufsschulen – grundsätzlich das Tragen religiöser Symbole untersagt, um den Schulfrieden zu erhalten, diskutierten am Dienstagnachmittag u. a. Justizsenator Dr. Dirk Behrendt, Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Fereshta Ludin, Lehrerin und erste Klägerin vor dem Bundesverfassungsgericht im „Kopftuchstreit“, Dr. Hannah Tzuberi, Judaistin an der FU Berlin sowie Mark Rackles, ehemaliger Staatssekretär der Senatsverwaltung für Bildung, Schule und Familie.

Obwohl Befürworter und Gegner des Neutralitätsgesetzes erwartungsgemäß einander nicht überzeugen konnten, ermutigte das Expertengespräch die Jugendlichen im Saal, sich aktiv mit Politik auseinanderzusetzen und sich selbst als mündige Bürger in gesellschaftliche Diskussionen einzubringen. Auch Schülervertreter der Fritz-Karsen und der Clay-Schule waren als Gäste in die Walter-Gropius-Schule zur Veranstaltung mit dem Titel „#Yallah! Was los Neutralitätsgesetz?“ gekommen.

Das Berliner Neutralitätsgesetz beschäftigt inzwischen auch das Bundesarbeitsgericht in Erfurt: Am 23. April wird über eine Revisionsklage des Landes Berlin gegen ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg verhandelt. Einer studierten Informatikerin mit Kopftuch, die als Quereinsteigerin im Schuldienst arbeiten wollte, hatte das Landesarbeitsgericht eine Entschädigung in Höhe von eineinhalb Monatsgehältern (= 5.981 Euro) zugesprochen, weil die Bewerberin unter Berufung auf das Neutralitätsgesetz abgelehnt worden war. Gegen dieses Urteil hat das Land Berlin Revision eingelegt.

=Christian Kölling=