30 Jahre Mauerfall, 30 Jahre Wiedervereinigung – was verbindet Neukölln und Treptow-Köpenick seitdem?

Zwischen dem Schlesischen Busch in Treptow und der Waltersdorfer Chaussee in Rudow trennte von 1961 bis 1989 ein rund 15 Kilometer langer Mauerstreifen die Nachbarschaften und Familien in Ost und West. Zum 30. Jubiläum des Mauerfalls 2019 gab es verschiedenste Erinnerungsaufrufe in der Stadt, u. a. auch von den SPD-Kreisverbänden Treptow-Köpenick und Neukölln. „Wir wollen, dass die schönen und traurigen Erinnerungen gleichermaßen nicht in Vergessenheit geraten und rufen daher die Menschen in beiden Bezirken auf, sich gemeinsam an die Zeit vor 1989, die Zeit der friedlichen Revolution, des Mauerfalls und an den Weg zur Einheit zu erinnern“, schrieben die Sozialdemokraten im April des Jubiläumsjahres und forderten Mauergucker und Mauerspechte auf, sich mit schriftlichen Berichten, Fotos oder anderen historischen Materialien an der Erinnerungsarbeit zu beteiligen.

Am vergangenen Sonnabend stellten die Kreisvorsitzenden der SPD Treptow-Köpenick und der SPD Neukölln, Oliver Igel und Severin Fischer, die Ergebnisse ihres Aufrufes im Zirkus Cabuwazi in der Bouchestraße vor. Zum Auftakt des Nachmittags wurde ein Video gezeigt, in dem Sozialdemokratinnen und -demokraten aus beiden Kreisverbänden ihre Erinnerungen und persönlichen Erfahrungen der Wendezeit schilderten. Fotograf Gerd Richter (l.) zeigte anschließend seine Aufnahmen, die er im Oktober 1961 an der Mauer machte, als die Eskalation eines Konfliktes zwischen den Besatzungsmächten USA und UdSSR drohte. Helga Walter (r.), Sozialdemokratin aus Treptow-Köpenick, ließ die Besucher des gut gefüllten, aber längst nicht vollbesetzten Zirkuszeltes an ihren kritischen Gedanken über das Zusammenwachsen von Ost und West teilhaben.

Der Nachmittag endete mit der von Bezirksbürgermeister Martin Hikel moderierten Podiumsdiskussion „30 Jahre Mauerfall, 30 Jahre Wiedervereinigung – was verbindet Neukölln und Treptow-Köpenick seitdem?“. Die Historikerin Nina Lerch sowie die Abgeordnete Ellen Haußdörfer, die beide 1989 noch Kinder waren, diskutierten mit Günter Polauke und Frank Bielka, die 1989 Bürgermeister in Treptow und Neukölln waren. Die beiden SPD-Kreisverbände wollen ihre Erinnerungsarbeit fortsetzen und veröffentlichen ihr Video mit Zeitzeugenberichten in Kürze im Internet.

=Christian Kölling=