BVV Neukölln will Schlichtung statt Räumung der Kiezkneipe Syndikat

Mit 31 Ja-Stimmen und 17 Nein-Stimmen der 48 anwesenden Verordneten nahm die Bezirksverordnetenversammlung Neukölln am Mittwochabend eine Entschließung an: Sie soll den Streit zwischen dem Kneipenkollektiv Syndikat und dem Hauseigentümer der Weisestraße 56 durch eine Verhandlungslösung beilegen, bei der das Bezirksamt Neukölln als Vermittler fungieren könnte.

Wörtlich heißt es in der Entschließung u. a.: „Die Bezirksverordnetenversammlung Neukölln spricht sich für den Erhalt des Syndikats als alteingesessene Kiezkneipe und Treffpunkt für Stadtteilarbeit von unten aus. Wir missbilligen die Kündigung durch den neuen Hauseigentümer. Stattdessen fordern wir den Eigentümer auf, Schlichtungsverhandlungen mit dem Ziel des Erhalts des Syndikats aufzunehmen und bitten das Bezirksamt, als Vermittler zur Verfügung zu stehen, um eine Schließung und Räumung zu verhindern.“

Im Herbst verlor das Syndikat vor dem Berliner Landgericht einen Räumungsprozess gegen die zum Firmengeflecht der „Pears Globale Real Estate“ gehörende „Firman Properties“. Das Kneipenkollektiv legte Anfang Januar gegen das Urteil aber Berufung ein. Seit über einem Jahr arbeitet das Syndikat, das schon 33 Jahre in der Weisestraße beheimatet ist, ohne einen gültigen Mietvertrag und zahlt statt der bisherigen Miete bis auf Weiteres ein Nutzungsentgelt in gleicher Höhe.

=Christian Kölling=

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