Neuköllns Jugendstadtrat fordert mehr Engagement für den Kinderschutz

„Es reicht nicht aus, bei jedem neuen Fall zutiefst betroffen und höchst empört zu sein. Die Verantwortlichen müssen endlich handeln!“, kritisiert der Neuköllner Jugend- und Gesundheitsstadtrat Falko Liecke anlässlich des Bekanntwerdens einer vermuteten Kindesmisshandlung in Eberswalde und mahnt eine umfassende Stärkung des Kinderschutzes an.

„Ich habe es 2012 als Jugendstadtrat selbst erlebt, dass ein Kind in Neukölln getötet wurde. Danach haben wir in Neukölln Schritt für Schritt Verbesserungen im Kinderschutz durchgesetzt. Vieles ist aber nur auf Landes- oder Bundesebene zu lösen“, erklärt Liecke in einer Pressemitteilung vom Dienstag, der ein aktualisierter, 14 Punkte umfassender Forderungskatalog beigefügt ist. Liecke setzt sich darin für die Einführung verbindlicher Früherkennungsuntersuchungen mit Sanktionsmöglichkeit der Eltern bei Nichtteilnahme bis hin zur verpflichtende Obduktion bei verstorbenen Säuglingen und Kleinkindern ein.

Neukölln führte 2014 als erster Berliner Bezirk ein eigenes Kinderschutzteam ein. Emotionaler Auslöser war für Liecke damals der Fall der kleinen Lena, die 2012 von ihrem Vater totgeschüttelt wurde. 938 Meldungen des Verdachts auf Kindesmisshandlung wurde allein im Jahr 2016 in Neukölln nachgegangen.

=Christian Kölling=