Katholische Gemeinden in Nord-Neukölln schließen sich zur Pfarrei Heilige Drei Könige zusammen

Rund 19.800 Katholiken leben im Norden Neuköllns, wo die Pfarreien St. Christophorus, St. Clara und St. Richard seit dem 1. Januar 2020 rechtskräftig zu einer Pfarrei vereinigt worden sind. Beim Festgottesdienst zur Gründung der gemeinsamen Pfarrei „Heilige Drei Könige Nord-Neukölln“ mit Erzbischof Dr. Heiner Koch wurde das Ereignis gestern in der Aula der Katholischen Oberschule St. Marien feierlich begangen. Dekan Martin Kalinowski sowie sein aus haupt- und ehrenamtlichen Mitgliedern bestehendes Pastoralteam erklärten dem Erzbischof die Bereitschaft, ihre Aufgaben in der neuen Pfarrei zu übernehmen und sie gewissenhaft und treu – im Geiste wahrhaftiger Gemeinschaft – auszuüben.

„Die katholische Kirche Nord-Neukölln stellt sich unter das Patronat der Heiligen Drei Könige. Sie sollen Vorbild für uns und unser Handeln sein“, heißt es im Pastoralkonzept der neuen Pfarrei. Erläuternd wird angefügt: “Die Heiligen Drei Könige haben sich gemeinsam auf den Weg gemacht. Nach der Tradition vereinten sie in sich unterschiedliche Herkunft und verschiedene Kulturen. Sie ließen sich darauf ein, auf einem Weg ins Unbekannte dem Stern zu folgen. Sie gehörten nicht zum auserwählten Volk. Dennoch erkannten sie den großen Gott im kleinen Kind in der Krippe.“ In der Öffentlichkeit sind die drei Weisen nicht zuletzt auch durch die alljährliche Sternsinger-Aktion gut bekannt.

Schrittweise will die neue Gemeinde barrierefreie Zugänge in ihren Kirchen und Gemeindehäuser schaffen: „Die Vielfalt der Glaubenswege betrachten wir als Schatz. Dabei wenden wir unseren Blick auf die Katholiken nichtdeutscher Muttersprache in unseren Gemeinden und deren Glaubenskultur. Wir vernetzen uns mit unseren Nachbargemeinden aus der Ökumene und nutzen Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Wir suchen und pflegen mögliche Kooperationen mit Partnern im Stadtteil“, wird weiter erklärt. „Im biblischen Leitwort ‘Mit meinem Gott überspringe ich Mauern‘ (Psalm 18,30b und 2 Samuel 22,30b) drückt sich die Gewissheit aus, dass wir mit Gott Grenzen überwinden können. Mit seiner Kraft können wir die Mauern des Althergebrachten ebenso überwinden, wie auch innere und äußere Mauern in Kirche und Gesellschaft“, bekräftigt das Konzept schließlich.

Bezirksbürgermeister Martin Hikel und Pfarrer Dr. Christian Nottmeier, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Neukölln, waren für Grußworte in die bis auf den letzten Platz gefüllte Mehrzweckhalle der Marien-Oberschule gekommen. Hikel wies insbesondere auf die große Bedeutung der karitativen Arbeit hin, die die katholische Kirche im Nordens Neuköllns in vielfältiger Weise leistet. Superintendent Nottmeier würdigte die gut funktionierende ökumenische Zusammenarbeit beider christlichen Kirchen in Neukölln.

Um die besondere Verbundenheit in der neuen Pfarrei auszudrücken, werden in den fünf Kirchen St. Anna, St. Christophorus, St. Clara, St. Eduard und St. Richard verschiedene Figuren-Gruppen der Heiligen Drei Könige aufgestellt. Die neue Gemeinde hat zudem einen immerwährenden Kalender der katholischen Kirche Nord-Neukölln herausgegeben.

=Christian Kölling=