Dreikönigssingen im Rathaus Neukölln: „Frieden! Im Libanon und weltweit“

300.000 Mädchen und Jungen machen sich deutschlandweit rund um den Dreikönigstag in königlichen Gewändern auf den Weg, um Gottes Segen als Sternsinger zu den Menschen bringen und Geld für Kinder in Not sammeln. Regelmäßig kommen am 6. Januar auch Kinder aus den katholischen Kirchengemeinden St. Richard, Sankt Clara und Christophorus zusammen mit Pfarrer Martin Kalinowski und Pater Kalle Lenz SAC ins Rathaus Neukölln. 2019 warben sie hier um Unterstützung für Kinder mit Behinderung und machten zudem auf Projekte der beiden Vorjahre gegen Klimawandel und gegen Kinderarbeit aufmerksam.

In diesem Jahr empfing Bezirksbürgermeister Martin Hikel die Sternsinger im Foyer vor seinem Büro. „Segen bringen, Segen sein. Frieden! Im Libanon und weltweit“, heißt das Motto des diesjährigen Dreikönigssingens, das dem biblischen Leittext Jesaja 2,2-5 folgt: „Wenn die Menschen auf den Wegen des gerechten Gottes gehen, werden sie aus Schwertern Pflugscharen machen, und die Kriege zwischen den Völkern finden ein Ende.“

Die Projektpartner der Sternsinger im Libanon arbeiten mit einheimischen Kindern und mit Kindern aus Flüchtlingsfamilien. Ein wichtiges Ziel ist es, Frieden und Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion zu fördern. Das Kindermissionswerk Die Sternsinger begründet sein Engagement: „Nach dem Bürgerkrieg von 1975 bis 1990 gelingt in dem kleinen Land im Nahen Osten ein weitgehend demokratisches und friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionen und Konfessionen. Doch der gesellschaftliche Friede steht vor großen Herausforderungen, denn das Zusammenleben ist nach wie vor von Ressentiments geprägt.“ Zudem habe der Libanon seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs im Nachbarland Syrien im Jahr 2011 rund 1,2 Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Diese machten nun etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung aus. Die Bildungs- und Gesundheitsstrukturen des Landes reichten nicht aus, um den Bedürfnissen der geflüchteten Menschen gerecht zu werden. Mit Unterstützung der Sternsinger hat die 2006 von Christen und Muslimen gegründete Aydan-Stiftung deshalb ein Bildungsprogramm für Schulen erarbeitet. Die Organisation biete auch Kurse in gewaltfreier Kommunikation und respektvollem Umgang miteinander an. Außerdem helfen im Libanon der Jesuiten-Flüchtlingsdienst und die Caritas.

In den Gewändern der Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar sangen die Mädchen und Jungen mit ihren Begleitern vor der Spendensammlung im Foyer des Rathauses ihre Lieder. Danach wurde die Tür zum Büro des Bezirksbürgermeisters mit dem traditionellen Segen versehen. Die dabei angebrachten Buchstaben C-M-B stehen für „Christus Mansionem Benedicat“ (Christus segne dieses Haus). Nach der biblischen Überlieferung kamen die drei Weisen aus dem Morgenland, denen ein Stern den Weg zum Stall wies, in dem Jesus geboren wurde, mit Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben an die Krippe.

=Christian Kölling=