Reuterstraße 98/99 sucht Hausbesitzer mit Herz

Die Hiobsbotschaft kam am Freitag, dem 13. Dezember: Diesmal fanden die Mieter der Häuser Reuterstraße 98/99 ein Schreiben des Bezirksamtes in ihren Briefkästen, das andere Neuköllner in Milieuschutzgebieten bereits kennen. Das Haus sei verkauft worden, der Bezirk prüfe sein Vorkaufsrecht im Milieuschutzgebiet, hieß es im Schreiben der Verwaltung. Zwei Monate Zeit für die Mieter, um eine Genossenschaft oder eine städtische Wohnungsbaugesellschaft als Käufer zu finden, der weiterhin bezahlbare Mieten im Haus garantiert.

In mittlerweile neun Fällen konnte Neukölln das Vorkaufsrecht bisher rechtssicher ausüben. In vier weiteren Fällen sind noch Gerichtsverfahren anhängig. Zusätzlich konnte der Bezirk bereits 30 sogenannte Abwendungsvereinbarungen mit Käufern schließen, die analog zum Vorkauf die Bewirtschaftung des Hauses im Sinne des Milieuschutzes sichern sollen. Gleich neben dem Eckhaus in der Reuterstraße liegt das sanierungsbedürftige Haus Boddinstraße 20. Kurz vor Weihnachten sollte die Immobilie am Boddinplatz versteigert werden, fand mit einem Mindestgebot von 6,8 Millionen Euro allerdings keinen Käufer.

Das Aktionsbündnis gegen Mietenwahnsinn und Verdrängung, ein bundesweiter Zusammenschluss von Mieterinnen- und Mieterinitiativen und Recht auf Stadt-Gruppen, ruft unterdessen am Samstag, dem 28. März, zu einem internationalen „Housing Action Day“ auf. Unter dem Motto „Wohnen für Menschen statt für Profite!“ sollen an diesem Tag in ganz Europa Initiativen und Gruppen gegen steigende Mieten, Verdrängungsprozesse und Zwangsräumungen auf die Straße gehen.

=Christian Kölling=

2 Antworten

  1. Hi, bin etwas verunsichert bezüglich der Vorverkaufsbilanz, die Du in dem Beitrag aufführst. Die Senatsverwaltung hat andere Zahlen…
    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2019/08/wohnungskaeufe-milieuschutzgebiet-gestiegen-berlin-bezirke-friedrichshain-kreuzberg.html

    André Franke, futurberlin.de

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