Krippen-Ausstellung im Interkulturellen Zentrum Genezareth zeigte Vielfalt und Verwandtschaft christlicher Traditionen

An Weihnachten feiern Christen in aller Welt die Geburt Jesu Christi, und Weihnachtskrippen, die die biblische Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium figürlich darstellen, gehören seit vielen Jahrhunderten zur christlichen Tradition des Weihnachtsfestes.

Das Interkulturelle Zentrum Genezareth stellte während der Adventszeit auch in diesem Jahr wieder Krippen aus Holz, Ton, Keramik, aus Steinen und Fundstücken aus, die in Afrika, Asien, Amerika und Europa gefertigt wurden. Große Krippen wie auch winzig kleine Darstellungen in einer Nuss-Schale waren bis zum vergangenen Dienstag im IZG zu sehen. Holzkrippen aus dem Erzgebirge standen neben Schnitzarbeiten aus Tansania und eine Lern-Krippe aus Florida gehörte ebenso dazu wie eine Darstellung der Weihnachtsgeschichte aus Vietnam. So wurden Vielfalt und Verwandtschaft der christlichen Traditionen deutlich.

„Kunst steht neben Kitsch: Hochprofessionelle und selbstgebastelte Weihnachtskrippen gehören gleichermaßen zur Ausstellung wie teure und billige Arbeiten“, erklärte mir Pfarrer Dr. Reinhard Kees (r.) sein Konzept, als ich vergangenen Mittwoch am Ende der Präsentation mit ihm sprach. „In diesem Jahr haben wir die Ausstellung um zweidimensionale Darstellungen ergänzt. So sind auch die christlichen Traditionen vertreten gewesen, die dreidimensionale Abbildungen nicht kennen – wie die orthodoxe Kirchenfamilie“, erläuterte Pfarrer Kees weiter: „Wir haben Linolschnitte aus Afrika neben Ikonen aus Griechenland, Russland und Armenien, eine Perlmutt-Krippe aus Palästina, aber auch mittelalterliche Buchillustrationen neben Werken aus unserer Zeit gezeigt.“

Unterstützung beim Zusammentragen der Ausstellungsstücke erhielt der Pfarrer u. a. von Dieter Henning, einem Krippensammler aus Kreuzberg, der als Lehrer in einer Neuköllner Schule arbeitete, bevor er in den Ruhestand ging. Beide Männer können über die einzelnen Arbeiten der sehenswerten Ausstellung interessante Geschichten erzählen und wichtige Hintergrundinformationen geben. „Seit dem 1. Dezember waren viele junge Familien mit Kindern in der Kirche. Manche haben uns mehrmals besucht. Täglich haben wir zwischen 30 und 40 Besucher gezählt“, freute sich Kees über die gute Resonanz der Ausstellung, die seit 2016 nun schon zum vierten Mal stattfand. Auch im kommenden Jahr soll es wieder eine Krippen-Ausstellung im Interkulturellen Zentrum Genezareth geben.

Vom Gottesdienst für die Allerkleinsten bis zur Christmesse in der Heiligen Nacht wird es heute sowie am ersten und am zweiten Weihnachtsfeiertag zahlreiche Gottesdienste im Evangelischen Kirchenkreis Neukölln sowie in den katholischen Kirchengemeinden des Dekanats Neukölln  geben.

Allen Leserinnen und Lesern des Facetten-Magazins eine frohe und besinnliche Weihnacht!

=Christian Kölling=