Richtfest am Vivantes Klinikum Neukölln: Platz für 116 Betten der Psychiatrie, Hämato-Onkologie und Strahlentherapie

Eine Großbaustelle am Haupteingang des Vivantes Klinikums Neukölln weist unübersehbar daraufhin: Auf dem Klinik-Gelände zwischen Rudower Straße, Zadeckstraße, Juchacz- und Kormoranweg werden in den nächsten Jahren umfangreiche Baumaßnahmen durchgeführt. So sollen die rund 600.000 Menschen im Einzugsgebiet des Krankenhauses, das mit über 1.200 Betten eines der größten in Berlin ist, optimal versorgt werden. Die letzte Modernisierung war 1986. Schätzungsweise 700 Millionen Euro sollen die Um- und Neubauten des Vivantes Klinikums Neukölln insgesamt kosten. Ein achtstöckiger Erweiterungsbau am Nordkopf des Haupthauses, direkt am Haupteingang an der Rudower Straße, wird in Zukunft u. a. Platz für eine der modernsten Rettungsstellen Berlins, eine Kinderrettungsstelle, einen großen Zentral-OP-Trakt mit 16 Sälen, 240 Betten der Normalpflege und 28 Betten der Intensivpflege sowie einen neuen Hubschrauberlandeplatz bieten.

Bereits im Frühjahr 2019 wurde auf dem Klinikgelände zwischen Pavillon 1 und Haus 16 der Grundstein für ein neues viergeschossiges Bettenhaus gelegt. Nach nur siebenmonatiger Bauzeit wurde am Freitag vergangener Woche das Richtfest für das in Fertigbauweise errichtete Gebäude gefeiert. Die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, die Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin sowie die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie werden voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 das Haus beziehen. In ihm finden künftig 48 Betten der Psychiatrie sowie 68 Betten für die Hämatologie, Onkologie und Strahlentherapie auf rund 5.000 Quadratmetern Platz. Der Neubau soll laut Angabe des Krankenhauses rund 20 Millionen Euro kosten.

„Im Zuge der Neugestaltung, Gesamtsanierung und Weiterentwicklung des Klinikstandortes Neukölln ist die Errichtung dieses Neubaukomplexes ein wichtiger Schritt für eine noch bessere Versorgung unserer Patientinnen und Patienten und erleichtert die Arbeitsabläufe für unsere Beschäftigten“, kommentierte Dr. Johannes Danckert, Geschäftsführender Direktor des Vivantes Klinikum Neukölln. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (r,), Vivantes-Chefin Dr. Andrea Grebe, Bezirksbürgermeister Martin Hikel und Gesundheitsstadtrat Falko Liecke wiesen in ihren Reden darauf hin, dass das Richtfest erst der Anfang sei und umfangreiche Sanierungsarbeiten auf dem Klinikgelände in Neukölln noch bevorstehen. Lobend wurde in allen Reden hervorgehoben, wie schnell der Modulbau errichtet worden ist. Um ein vergleichbares Gebäude in herkömmlicher Bauweise zu erstellen, werde rund drei Mal mehr Zeit benötigt. „Sonst schimpfe ich ja viel über den Senat, aber er und das Abgeordnetenhaus unterstützen den Krankenhaus-Standort Neukölln gut“, räumte auch CDU-Politiker Liecke ein.

Bis April 2019 wurde für das neue Bettenhaus das Baufeld zwischen Haus 16 und Pavillon 1 hergerichtet. Nach der Fertigstellung des Kellergeschosses wurde bis Oktober die Bodenplatte für den Neubau betoniert. Im Oktober wurde der Kran für die Module installiert. Anschließend fuhren mehrere Schwerlasttransporte auf das Klinikumsgelände um die rund 17 mal 3 Meter großen Module anzuliefern. Die Anlieferung und Montage der Module wurde im Oktober abgeschlossen. Der Innenausbau des Bettenhauses erfolgt zeitgleich seit September und wird voraussichtlich noch bis Mitte nächsten Jahres andauern. „Das ist wie Lego für Erwachsene“, verdeutlichte mir ein Bauarbeiter die Fertigbauweise am Rande des Richtfestes.

=Christian Kölling=