Unternehmensnetzwerk Neukölln-Südring bringt mit einem Aktionstag wieder Unternehmen und Schulen zusammen

21 Neuköllner Betriebe öffneten zum „8. Tag des offenen Unternehmens“ für 480 Jugendlichen aus den 10. Klassen von sechs Oberschulen wieder ihre Türen, um die Schülerinnen und Schüler aus dem Bezirk kennenzulernen und ihnen insgesamt 45 Ausbildungsberufe vorzustellen. Im Vergleich zum Vorjahr, als sich 350 Neuköllner Jugendliche über 35 Berufsausbildungen informieren konnten, fand der diesjährige Informationstag bei Schulen und Unternehmen also eine noch größere Resonanz.

Mit einer Podiumsdiskussion im Mercure Hotel Berlin an der Hermannstraße wurde der Aktionstag am Mittwoch vergangener Woche eröffnet. Reiner Siebers, General Manager des gastgebenden Unternehmens, berichtete davon, dass in der Ausbildung zum Koch zunehmend digitale Kompetenzen gefragt sind und entsprechend geschult werden. Raphael Ittner, Bereichsleiter Berufliche Aus- und Weiterbildung im Cornelsen Verlag, gab den rund 40 jungen Gästen einen breitgefächerten Überblick über die zahlreichen Lehr- und Lernformen, die mit den vielfältigen digitalen Möglichkeiten heute entwickelt und eingesetzt werden. Bezirksbürgermeister Martin Hikel wies auf die nicht immer optimale technische Ausstattung der Schulen hin und äußerte die Hoffnung, dass der DigitalPakt Schule des Bundes die Infrastruktur künftig verbessere. Dr. Armin Seitz, Vorsitzender des Unternehmensnetzwerk Neukölln-Südring und Geschäftsführer der Moll Marzipan GmbH, appellierte an die anwesenden Schülerinnen und Schüler, sich über den Weg einer Berufsausbildung ordentlich zu qualifizieren, da im Zuge der Digitalisierung künftig vor allem unqualifizierte Tätigkeiten durch technische Lösungen ersetzt würden.

Cornelia Schwarz, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Berlin Süd, war mit einer Virtual Reality Brille zu der Diskussion gekommen. Mit der 3D-Brille können sich die Jugendlichen virtuell in den Alltag verschiedenster Arbeitswelten versetzen lassen – von der mondänen Umgebung eines Restaurants bis in die Baugrube einer Straßenbaustelle. Auch wenn die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge im vergangenen Jahr leicht gestiegen ist, ist Cornelia Schwarz mit der Ausbildungssituation in Neukölln noch längst nicht zufrieden, wie sie mir nach der Podiumsdiskussion sagte. Eine Relation von 1,5 Ausbildungsplätzen für eine Bewerberin oder einen Bewerber sei aus ihrer Sicht optimal. In Brandenburg kämen derzeit 2,8 Ausbildungsplätze auf einen Bewerber. In Berlin entfielen dagegen aktuell drei Bewerber und Bewerberinnen auf eine Ausbildungsstelle.

=Christian Kölling=