Bundeskongress „Mehr Quartier für alle – 20 Jahre Soziale Stadt“ im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt

Im nordrhein-westfälischen Gelsenkirchen liegen die Wurzeln des Bund-Länder-Programmes „Soziale Stadt“, das wie kein anderes seit 1999 die Stadterneuerung in Deutschland geprägt hat. Mit seinem integrierten Ansatz stellte es ein Novum dar: Neben städtebaulichen Zielen steht zugleich auch die Verbesserung der Lebensbedingungen der Bewohnerinnen und Bewohner auf der Agenda des Förderprogramms. Insgesamt 934 Gesamtmaßnahmen wurden mittlerweile in 533 Groß-, Mittel- und Kleinnstädten durchgeführt. Seit 15 Jahren gehört auch die Gropiusstadt in Neukölln zu den geförderten Stadtgebieten, in denen u. a. einer Polarisierung der Einwohnerschaft entgegengewirkt werden soll.

Im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt fand am vergangenen Dienstag der Bundeskongress „Mehr Quartier für alle – 20 Jahre Soziale Stadt“ statt. Bezirksbürgermeister Martin Hikel begrüßte die aus ganz Deutschland nach Neukölln gekommenen Experten des Kongresses im großen Saal des Hauses am Lipschitzplatz. Am Nachmittag erläuterte er der Staatssekretärin Anne Katrin Bohle vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat beim Rundgang mit dem Quartiersmanagement die Situation in der Gropiusstadt und stellte Beispiele für gelungene Veränderung vor.

Petra Haumersen vom Quartiersmanagement Gropiusstadt berichtete am Spielplatz in den Lipschitzhöfen, wie mit Unterstützung des Programmes Soziale Stadt ein attraktiver Begegnungsort für die Nachbarschaft in der Wohnanlage der Hilfswerk-Siedlung entstand. Wenige hundert Meter entfernt ließ sich Staatssekretärin Bohle in der Evangelischen Kita-Dreieinigkeit darüber informieren, wie die Zusammenarbeit auf dem Campus-Efeuweg funktioniert. Hier haben viele Einrichtungen zwischen Gropiusstadt und Rudow, die räumlich sehr nah beieinander liegen, einen Verbund gebildet , um den Kindern und Jugendlichen des Quartiers eine erfolgreiche Schullaufbahn und einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.

Mit der Verstetigung des QM-Gebietes Gropiusstadt wird sich das Quartiersmanagement Gropiusstadt allerdings 2021 verabschieden. Dass mit dem Auslaufen der Förderkulisse auch Probleme verbunden sein können, wurde am Ende des Rundgangs deutlich. In den kommenden zwei Jahren der Überleitungsphase müssen die noch laufenden Projekte abgeschlossen und andere Strukturen möglichst dauerhaft gesichert werden. Für den im Gemeinschaftshaus beheimateten Integrationsverein ImPuls, der neben interkulturellen Begegnungen auch Fortbildungen und Vorträge zu verschiedenen Themen organisiert sowie Sprach- und PC-Kurse anbietet, müssen neue Unterstützer gefunden werden, wenn die Förderung durch das Programm Soziale Stadt nach einer Übergangsfrist vollständig entfällt. „Es ist gut, wenn wir zusammen sitzen und uns unterhalten. Aber das reicht nicht! Mit jedem Kreis muss auch etwas Sinnvolles gemacht werden“, sagte Julia Pankratyeva, Projektleiterin und Geschäftsführerin des 2005 gegründeten Vereines. Nicht alle Arbeitskreise und Angeboten könnten von Ehrenamtlichen gemacht werden. „Wir wollen einsteigen und den Verein unterstützen“, versprach Bezirksbürgermeister Hikel.

=Christian Kölling=