Tasmania bezwingt Blau-Weiß 90 und freut sich auf die Auswärtsbegegnung mit Lok Stendal am Sonntag

„Wir hätten noch 100 Minuten spielen können, wir hätten heute kein Tor geschossen. 3:0 hört sich verdient an“, gestand Marco Gebhardt (r.), Trainer der ersten Herren-Mannschaft der SPVG Blau-Weiß 90 Berlin, am vergangenen Sonntagnachmittag unumwunden die Auswärts-Niederlage seines Teams gegen den SV Tasmania Berlin im Werner-Seelenbinder-Sportpark ein. „Ärgerlich für uns, aber es geht weiter“, richtete der Trainer seine Aufmerksamkeit auf das nächste Spiel gegen den FC Strausberg, der in der Tabelle der Fußball-Oberliga Nordost aktuell auf dem vorletzten Platz steht.

Tim Jauer, Trainer der Tasmanen, die Ende September zuhause gegen Strausberg 1:2 verloren hatten, konnte dagegen diesmal vollauf zufrieden sein. „Wir sind sehr, sehr glücklich heute“, sagte Jauer am Ende des 10. Spieltages und räumte rückblickend auf die bisher in der 5. Fußball-Liga gesammelten Erfahrungen ein: „Wir haben anfangs Fehler gemacht. Wir haben nicht schlecht gespielt, aber sehr viel Lehrgeld gezahlt.“ Mit Blick auf das kommende Spiel am Sonntag kündigte er an: „Nächste Woche in Stendal wird das anders laufen. Wir freuen uns sehr!“ Lok Stendal steht mit 9 Punkten auf Platz 12 der Tabelle, während Tasmania nach drei Siegen, einem Unentschieden und sechs Niederlagen mit 10 Punkten und 15:19 Toren auf Platz 10 ist.

Verhaltener Optimismus auch bei den Fans der Tasmanen. „Wir sind eigentlich ganz zufrieden. Wir haben nur vor, drin zu bleiben“, sagte mir Hagen Nickelé  am Rand der Begegnung mit Blau-Weiß 90. Er kümmert sich ein wenig um die Pressearbeit des Aufsteigers aus der Berlin Liga. Mit einem klaren 0:4 Auswärtssieg beim Brandenburger SC Süd 05 am vorletzten Oktober-Wochenende verließ Tasmania die Abstiegszone, in die die Mannschaft Ende September nach einer Niederlage bei Hansa Rostock II kurzzeitig gerutscht war. In der Begegnung am vergangenen Sonntag sorgten Stürmer Romario Hartwig (11) in der 29. Minute sowie nach der Halbzeit Mittelfeldspieler Emre Demir (10) in der 55. Minute und schließlich Julian Loder (26) für einen klaren Erfolg. Das schönste Tor des Tages gelang vor 275 Zuschauern dem Verteidiger Loder in der 64. Minute als Abschluss eines 70 Meter-Laufs über das Feld.

Zwar kann sich der SV Tasmania Berlin in der Oberliga Nordost bisher sportlich behaupten, doch ist der Verein trotzdem nicht ohne Sorgen. Zwei Tage vor dem Saisonauftakt gegen Tennis Borussia setzte Anfang August ein Starkregen im Sportpark an der Oderstraße die Kellerräume unter Wasser, sodass die Stromzufuhr unterbrochen wurde. Seitdem laufen Kühlschränke und Lautsprecheranlage per Notstromaggregat und Kabeltrommeln. Es gibt kein Flutlicht auf dem Kunstrasen-Trainingsplatz, kein warmes Wasser in den Duschen und die Pumpe für die Rasenbewässerung des Spielfeldes kann nicht betrieben werden. Das bedeutet: Kein Training nach Einbruch der Dunkelheit, Spieler, die nicht kalt duschen, müssen verschwitzt nach Hause fahren und der Rasen leidet.

Tasmania-Vorstand Detlef Wilde und sein Vize Hussein Ahmad konnten diese Probleme kürzlich dem Sportausschuss der BVV Neukölln in einer Sitzung im Eisstadion Neukölln schildern. Olaf Schenk, Bezirksverordneter der CDU-Fraktion, hatte zudem zwei BVV-Anträge unter dem gemeinsamen Titel „Sportlichen Erfolg wertschätzen – Unterstützung für den SV Tasmania Berlin e.V.“ eingebracht. Zum einen sollten dem Verein die Lagerräumlichkeiten, die bisher durch das Sportamt genutzt werden, für die Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Zweitens solle das Bezirksamt sich dafür einsetzen, dass eine wettkampftaugliche Flutlichtanlage auf dem Sportplatz des SV Tasmania installiert wird. „Hierzu könnten Fördermittel aus der Sportförderung oder dem SIWANA-Programm genutzt werden“, begründete Schenk seinen Antrag. Da das Sportamt die Lagerräumlichkeiten in der Oderstraße als Zentrallager für den ganzen Bezirk nutzen muss, empfahlen die Fraktionen von SPD und Linken der Bezirksverordnetenversammlung die Ablehnung des Antrages. CDU und AfD stimmten dafür. Die Grünen enthielten sich. Der Antrag zur Installation einer Flutlichtanlage wurde vertagt.

=Christian Kölling=