Das Mysterium auf dem Rathausturm

Hat sie mir nicht neulich den Rücken zugedreht oder trügt die Erinnerung? Wirklich sicher scheint sich kaum jemand zu sein, welchen Aktionsradius die Fortuna auf der Spitze des 67 Meter hohen Rathausturms hat. Selbst Reinhold Steinle, Neuköllns wohl bekanntester Stadtführer, spricht nur von einem Eindruck, dass sie sich bewege.

Wäre Berlin nicht so weit im Binnenland und der Wind rauer, würde die Sache eindeutiger ausfallen. Dann könnte die 2,20 Meter hohe kupferne Statue der Glücksgöttin zeigen, was sie kann. 1908 wurde das Werk des in Baden-Baden geborenen Bildhauers Josef Rauch auf dem Turm installiert – als „drehbar gelagerte Figur, die sich um ihre eigene Achse dreht und sich nach dem Wind richtet“, wie Christian Berg, der Pressesprecher des Bezirksbürgermeisters, auf Anfrage mitteilte. Die Bewegungen der im Jahr 2000 umfassend restaurierten Fortuna, die das Symbol für Glück und Wohlstand ist, ergäben sich folglich ausschließlich aus den Windverhältnissen.

Reinhold Steinle bietet jeden Mittwoch um 13 Uhr Rathausführungen mit Turmbesteigung an; Teilnahme: 5 Euro (Anmeldung in der Touristinfo Neukölln: Tel. 030 – 902393530)

=Gast=