„Neukölln ist für San Pedro de la Paz wie ein großer Bruder“

Eine Delegation der chilenischen Stadt San Pedro de la Paz war in dieser Woche zu Gast in Neukölln und knüpfte damit an ein viertägiges Treffen an, zu dem Bezirksamtsmitarbeiter und NGO-Vertreter im April nach Südamerika gereist waren. Geleitet wurde der Besuch in Berlin von Audito Retamal Lazo, dem Bürgermeister der 137.000 Einwohner großen Kommune San Pedro de la Paz, die zur Metropolregion Concepción gehört. Bei dem internationalen Erfahrungsaustausch, der durch das International Urban Cooperation-Programm der Europäischen Union ermöglicht wurde, behandelte man die drei Themenfelder Wasser, Nachhaltigkeit in Konsum und Produktion sowie Industrie, Innovation und Infrastruktur, aus dem Katalog der insgesamt 17 Handlungsfelder umfassenden Entwicklungsziele der Vereinten Nationen.

„Wir haben bei unserem Besuch in Neukölln bereits viel erfahren und können zuhause hoffentlich einige Maßnahmen für die Arbeitsbereiche Abfall, Wasser, Energie und Mobilität umsetzen“, zog Bürgermeister Audito Retamal Lazo am Mittwoch eine positive Zwischenbilanz. „Neukölln ist wie ein großer Bruder für uns. Wir behalten beide Begegnungen in guter Erinnerung und wollen und wieder treffen“, ergänzte er.

„Von dem Delegationsbesuch erhoffe ich mir einen spannenden Austausch und viele anregende Ideen, wie wir noch besser werden können für ein schönes und lebenswertes Neukölln. Ich freue mich, dass viele Partner unserer Bewegung ‚Schön wie wir‘ mitgestalten“, erklärte Bezirksbürgermeister Martin Hikel bereits am Anfang der Woche. Am Montag begrüßte Hikel die siebenköpfige Delegation aus San Pedro de la Paz bei einer ersten Begegnung in der High-Deck-Siedlung am östlichen Ende der Sonnenallee. Besonders die in Berlin lebende Spanierin Elisa Garrote beeindruckte die Gäste mit ihrer Vorstellung des Projektes Umwelt-Peers, das unterschiedlichsten Communitys einen niedrigschwelligen Ansatz zur Umweltbildung schaffen will.

Am Mittwoch stellten die beiden Bürgermeister öffentlichkeitswirksam bei einem zweiten Treffen in der Brüdergemeine einen ganz besonderen Stimmkasten im benachbarten Karma Kulturgarten  zwischen Kirchgasse und Böhmische Straße auf. Mit Zigarettenkippen kann in diesem Stimmkasten, der in Großbritannien unter dem Namen „ballot bin“ entwickelt wurde, über ernste oder heitere Fragen abgestimmt werden. Ganz nebenbei werden bei der Abstimmung die Zigarettenstummel ordnungsgemäß entsorgt.

Im Rahmen des International Urban Cooperation-Programmes der EU vertritt Neukölln das Land Berlin. In einer city-to-city Partnerschaft soll in den nächsten 18 Monaten mit dem chilenischen Bezirk San Pedro de la Paz in der Stadt Concepción ein intensiver Erfahrungsaustausch zu Themen wie Abfallmanagement, Recycling sowie Kreislaufwirtschaft weiter geführt werden.

=Christian Kölling=