Schnäppchen-Center geschlossen: Maruhn Real Estate Investment stellte Zukunftspläne im BVV-Ausschuss vor

Endgültig geschlossen hat seit kurzem der schon mehrfach totgesagte Karstadt-Schnäppchenmarkt in der Karl-Marx-Straße. Die Immobilie, zu der auch das Parkhaus in der Donaustraße 42 gehört, wurde von der Maruhn Real Estate Investment (MREI) erworben. Auf der Sitzung des Stadtentwicklungs-Auschusses der BVV Neukölln am 12. September stellten Eigentümer Sascha Maruhn und die FGS Berlin-Verkehrsplanerin Ursula Pauen-Höppner ihre Pläne den Neuköllner Bezirksverordneten vor, nachdem die Ausschuss-Vorsitzende Marlis Fuhrmann kurzfristig die Tagesordnung geändert hatte.

Im Bereich des ehemaligen Sinn-Leffers-Kaufhauses sollen nun unter dem Namen Markthalle 101 auf 40.000 Quadratmetern Food Market, Einzelhandel, Co-Working, Veranstaltungsfläche und Urban Garden entstehen. Das ehemalige Kaufhausgebäude soll nach den Vorstellungen des Investors vollständig entkernt werden und in Richtung Karl-Marx-Straße eine neue Betonwerk-Steinfassade erhalten. Die 15.000 Quadratmeter des leerstehenden Parkhauses sind als Eventspace und Büroflächen für bis zu 2.000 Co-Working-Space Arbeitsplätze geplant. Für das gesamte Erdgeschoss ist eine Markthalle vorgesehen sowie ein Teil für eine Veranstaltungsfläche. Mit dem Umbau der Alten Post und des Umspannwerkes in der Richardstraße entstehen bereits jetzt in der Nachbarschaft Co-Working-Arbeitsplätze in erheblichem Umfang.

„Angesichts der aktuellen Großprojekte, die übereinstimmend nicht mehr das Thema Handel in den Vordergrund stellen, halten wir es für erforderlich, dass das Bezirksamt Neukölln und die Senatsverwaltungen sich mit dem Thema ‚Zukunft der Geschäftsstraßen‘ beschäftigen, um nicht nur Einzelfallentscheidungen zu treffen“, sagte mir Willi Laumann von der Lenkungsgruppe Karl-Marx-Straße. „Zwar sollen nach Angaben des Investors die Nutzungen ‚für alle Neuköllner offen sein‘, wir zweifeln dies aber an, weil zur Markthalle ein hochwertiger Food-Market und Einzelstände mit Designer-Mode gehören sollen. Dieses Konzept geht an der Zahlungsfähigkeit des Großteils der Bewohner im Sanierungsgebiet vorbei. Die Aussage des Investors, dass er etwas für die Nachbarschaft tun wolle, wird nicht untersetzt“, kritisiert die Lenkungsgruppe in einem internen Papier.

Unterdessen war in das verwaiste Parkhaus in der Donaustraße, das im Juni die Station einer Führung der [Aktion! Karl-Marx-Straße] war, mit einer kreativen Zwischennutzung schon einmal neues Leben eingezogen: Kürzlich hatte es dort bereits eine größere Techno-Party gegeben, und für dieses Wochenende war dort ein Parkhaus Jam geplant. Da das Neuköllner Ordnungsamt die Veranstaltung untersagt hat, mussten sich die Veranstalter aber eine neue Location suchen.

=Christian Kölling=

Eine Antwort

  1. Dass Willi Laumann dagegen ist, ist nichts neues. Der Mann ist prinzipiell mal gegen alles, hauptsache mit Neukölln geht nichts vorran und alles bleibt siffig wie es ist.

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