Japanische Kirschbäume erinnern an die Freude über die Wiedervereinigung

Die unmittelbare Freude über das Ende der deutschen Teilung brachte den japanischen Fernsehsender TV-Asahi 1990 auf die Idee, seine Zuschauer zu einer großen Spendenaktion aufzurufen. Als Ausdruck der großen Anteilnahme an den Ereignissen der deutschen Wiedervereinigung, die nicht zuletzt ein weltweites Medienereignis waren, und als Zeichen der freundschaftlichen Verbundenheit zwischen Japan und Deutschland kam genügend Geld für die Pflanzung von über 9.000 japanischen Kirschbäume (Sakura) in Berlin und Brandenburg zusammen. Sakura sind in Japan sehr beliebt, weil sie Frieden und Ruhe in die Herzen der Menschen bringen. Die ersten japanischen Zierkirschen wurden an der Glienicker Brücke – einem symbolträchtigen Ort des Kalten Krieges – im November 1990 gepflanzt.

Als Standorte der Sakura wählten die Grünflächenämter der Berliner Bezirke, in deren Händen die Fürsorge für die Zierkirschen liegt, ausgesuchte Bereiche des ehemaligen Grenzstreifens, Parks, öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Kindertagesstätten und Krankenhaus sowie Friedhöfe aus. Allein im ehemaligen Grenzgebiet im Umkreis der Lohmühlenbrücke, wo die Bezirke Neukölln, Treptow-Köpenick und Friedrichshain-Kreuzberg aneinanderstoßen, wurden über 40 Bäume gepflanzt. In der Grünanlage zwischen Wildenbruch- und Elsenstraße säumen 14 Zierkirschen den früheren Verlauf der Berliner Mauer.

Doch die bunte Farbenpracht im Frühjahr ist akut bedroht. Viele Bäume leiden sichtbar an der Trockenheit; zwei Zierkirschen haben schon vor Wochen alle Blätter verloren und ihre Äste ragen nun kahl in die Höhe.

=Christian Kölling=