„Warum ist in Syrien eigentlich Krieg?“

Als die friedliche Protestbewegung des Arabischen Frühlings aus Tunesien kommend im Frühjahr 2011 auch Syrien erreichte, stürzte das Land in einen bis heute dauernden Krieg. „Es dauert Wochen, wenn nicht sogar Monate, um die Konstellationen der Kriegsparteien wirklich zu verstehen“, sagte mir Verena Bartsch vom Treffpunkt Solidarische Nachbarschaft im Richardkiez (Solinar) am Freitagabend bei der Eröffnung der Ausstellung „Warum ist in Syrien eigentlich Krieg?“. Bei ihrer Arbeit habe sie immer wieder festgestellt, wie wenig die meisten Menschen über Syrien und den dort seit Jahren herrschenden Krieg wissen, berichtete Bartsch und erklärte: „Um jedoch wirklich verstehen zu können, was Menschen dazu bringt ihre Heimat zu verlassen, ist es wichtig zu wissen, welche politische und kulturelle Faktoren in dem Land wirken.“

Aus diesem Grund stellte das vierköpfige Ausstellungs-Team, dem zwei Frauen und zwei Männer angehörten, auf 10 Tafeln die Geschichte Syriens seit dem Ersten Weltkrieg und ihren bis heute anhaltenden Einfluss dar. „Außerdem ist es wichtig miteinander zu sprechen und zu schauen wie Migration, Multikulturalität und die verschiedenen Sprachen sich auf unseren Kiez und das Leben in Neukölln auswirken“, fügte Bartsch hinzu: „ Der Untertitel der Ausstellung ‚Warum ist in Syrien eigentlich Krieg?‘ heißt deshalb ‚Und was hat das mit uns im Richardkiez zu tun?‘“. Heute und morgen gibt es ergänzend zur Ausstellung zwei Expertengespräche. Vor der Finissage am Donnerstag gibt es eine Führung.

Solinar in der Hertzbergstraße direkt am Richardplatz versteht sich als ein Ort für gemeinsame Aktivitäten, ein Raum der Begegnung und des interkulturellen Austausches. „Wir wollen die kreativen Potenziale im Richardkiez fördern, Möglichkeiten der Teilhabe an Kultur und Stadtentwicklung schaffen und die Solidarität in unserem Kiez stärken“, beschrieb Bartsch die Aufgaben des Treffpunktes. Die Arbeit wird mit Mitteln des Bundes und Landes Berlin sowie mit Unterstützung des Trägers ZeBuS e. V. und Dank des Engagements vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer ermöglicht. Musikalisch begleitet wurde die Ausstellungseröffnung vom Social Singing, einer interkulturellen Musikgruppe von Solinar und der Initiative Give Something Back to Berlin.

Die Ausstellung bei SoliNaR (Hertzbergstraße 1) ist heute und morgen von 17 bis 20 Uhr und Donnerstag von 14 bis 19 Uhr geöffnet.

Im Rahmenprogramm finden folgende Veranstaltungen statt:

Di, 1.10, 18 Uhr: Expertengespräch mit Qusay Amer, aktiv bei „Adopt a revolution“ zum Thema „Kolonialzeit und ihre Auswirkungen heute“ (auf deutsch)

Mi, 2.10, 18 Uhr: Expertengespräch mit Amer Katbeh, Mitbegründer des Vereins „Friedenskreis Syrien e.V.“ zum Thema „Transitional Justice“ (auf deutsch)

Do, 3.10, 16 Uhr: Führung auf Deutsch

=Christian Kölling=