Alevitische Gemeinde beging Aschure-Fest am Rathaus Neukölln

Zum Gedenken an den gewaltsamen Tod des Imam Hüseyin sowie 72 seiner Gefährten in Kerbala im Jahr 680 n. Chr. fasten die Aleviten im Muharrem, dem ersten Monat des islamischen Kalenders, zwölf Tage lang. In der Fastenzeit werden die Bedeutung der Imame sowie die Geschehnisse vor, während und nach dem Martyrium in Kerbala verdeutlicht. Kerbala ist eine Stadt im heutigen Irak, deren Name für Aleviten zum Symbol für den eigenen Ursprung, die Trauer und für den Widerstand gegen soziale Ungerechtigkeit geworden ist.

Im Anschluss an das Fasten, das in diesem Jahr am 31. August begann und am 11. September endete, feiern die Aleviten das Aschure-Fest. In Erinnerung an das Martyrium von Kerbala und zum Dank, dass der vierte Imam Zeynel Abidin es überlebte, wird am 13. Tag die köstliche Süßspeise Asure gekocht. Sie besteht aus zwölf Zutaten, wie z. B. Weizen, Wal- und Haselnüssen, Mandeln, Sultaninen, Feigen, Aprikosen, getrockneten Äpfel, Birnen, Pflaumen, Zucker und einer Prise Salz.

Die Alevitische Gemeinde und der Kulturverein Sivasli Canlar begingen am Sonntagmittag bereits zum dritten Mal eine Aschure-Feier vor dem Rathaus Neukölln. Burhan Akdemir, Vorsitzender im Geistlichenrat der Alevitischen Gemeinde zu Berlin, hielt eine kurze Andacht, bevor Bezirksbürgermeister Martin Hikel ein Grußwort sprach. Cemal Boyraz, Vorsitzender des Vereines Sivasli Canler, der in der Donaustraße nicht weit vom Rathaus beheimatet ist, konnte unter den Gästen u. a. Bernd Szczepanski, Vorsitzender der Grünen BVV-Fraktion und ehemaliger Sozialstadtrat, Öczan Mutlu, Bundestagsabgeordneter der Grünen, sowie den Landesparlamentarier Hakan Taş von der Linken begrüßen.

Im Monat Muharrem, der für die Aleviten ein Trauermonat ist, sollen sich der Legende nach auch andere bedeutende Ereignisse zugetragen haben, wie die Rettung Noahs und seiner Familie vor der Sintflut, die Rettung des Propheten Joseph sowie die Teilung des Roten Meeres.

=Christian Kölling=