Arme in Neukölln sind nicht mehr „sozial schwach“

„Einkommensschwache Menschen sind nicht ‚sozial schwach‘!“ Im September vergangenen Jahres bat die Bezirksverordnetenversammlung Neukölln mit einem Beschluss das Bezirksamt, in sämtlichen Publikationen und Veröffentlichungen die Formulierung „sozial schwach“ nicht mehr im Zusammenhang mit armen oder einkommensschwachen Personen zu verwenden. Jetzt sagten kürzlich Bezirksbürgermeister Martin Hikel und Bezirksstadtrat Jochen Biedermann gemeinsam für das Bezirksamt die Umsetzung des Beschlusses zu. „Insbesondere der Begründung des Beschlusses schließt sich das Bezirksamt vollumfänglich an“, erklärten Hikel und Biedermann. In der Begründung der Drucksache 0652/XX, die die Bezirksverordnete der Linken, Doris Hammer, ursprünglich eingebracht hatte, hieß es: „Einkommensarmut impliziert keinesfalls eine ‚soziale Schwäche‘. Es kann nicht sein, dass Menschen wegen ihrer geringen Kaufkraft als ‚sozial schwach‘ abgestempelt werden. Häufig sind gerade diese einkommensschwachen Menschen sozial besonders engagiert.“

Soweit es kurzfristig möglich ist, werde die Formulierung „sozial schwach“ nicht mehr verwendet, erklärte das Bezirksamt. Die Texte auf den bezirklichen Internetseiten seien dahingehend überarbeitet worden. Bei Pressemitteilungen werde dies künftig beachtet. Allerdings seien auf den Internetseiten des Bezirksamtes einige Veröffentlichungen im pdf-Format enthalten, bei denen es sich um gedruckte Veröffentlichungen handelt, die nachträglich nicht geändert werden können. „Sofern Neuauflagen geplant werden, wird auf eine Änderung der Formulierung geachtet. Gleiches gilt auch für gedruckte Veröffentlichungen bzw. Broschüren ohne Veröffentlichung im Internet. Die Abteilungen des Bezirksamtes haben im Zuge der Prüfung zugesagt, den Beschluss bei der Erstellung neuer Beiträge, Texte und Publikationen entsprechend zu berücksichtigen“, endet die Erklärung.

=Christian Kölling=

Eine Antwort

  1. Gerade große Teile dieser „Armen “ angagieren sich viel mehr als angenommen. in Gemeinden -Tafeln Und sozialen Organisationen-Initiativen.Mehr Würdigung nicht nur mit neten Reden Vielleicht auch finanziell !?! ARME????

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