Countdown zum Klimastreik am kommenden Freitag läuft auch in Neukölln

Immer wieder freitags streiken weltweit Kinder und Jugendliche für wirksame Maßnahmen gegen Klimawandel und Erderwärmung. Mit ihren Aktionen Ende Januar, als die Kohlekommission in Berlin über den Kohleausstieg beriet, haben die Schülerinnen und Schüler eindrucksvoll bewiesen, dass sie sich Aufmerksamkeit verschaffen können, auch wenn ihr Protest nicht selten als Schulschwänzerei diskreditiert wurde. Am 20. September – wenn in Berlin das Klimakabinett tagt und einen Tag später in New York einer der wichtigsten UN-Klima-Gipfel des Jahres beginnt – findet wieder ein globale Klimastreik statt: Diesmal sind alle Generationen, also Studierende, Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel, Brüder und Schwestern aufgerufen, sich für Klimagerechtigkeit und die Einhaltung des Paris-Abkommens stark zu machen.

Da Streiks in Deutschland ausschließlich als Mittel zur Durchsetzung tariflicher Forderungen zulässig sind, darf die GEW Berlin – ebenso wie alle übrigen Gewerkschaften- im Zusammenhang mit den Klimaprotesten nicht zum Streik aufrufen. Die Gewerkschaft für Lehrer, Erzieher und Sozialarbeiter begrüßt allerdings die Demonstrationen der „Fridays for Future“, die am 20. September um 12 Uhr am Brandenburger Tor beginnt und ermutigt zur Unterstützung der Bewegung. „Bitte beteiligt euch an der Demonstration, wenn ihr dienstfrei habt. Kolleginnen und Kollegen, die in dieser Zeit arbeiten müssen, können das Anliegen durch entsprechende Gestaltung von Unterrichtseinheiten, Exkursionen oder Tagesausflügen im Rahmen des Lehrplanes unterstützen“, ruft die GEW Berlin ihre Mitglieder auf.

Selbstständige, Unternehmen und Betriebe können freier als Arbeiter, Angestellte und Beamte handeln. „Wir werden uns am 20.9. mit dem Dritten Raum am Klimastreik beteiligen und das Café geschlossen halten“, teilte mir bereits vor einigen Tagen das Frühstücks-Café aus der Hertzbergstraße im Richardkiez mit. Auch die digitale Engagement-Plattform Vostel aus der Neuköllner Elsenstraße macht am 20. September für einen Tag dicht.

Der Sirplus Rettermarkt an der Karl-Marx-/Werbellinstraße sowie die beiden anderen Berliner Filialen, das Lager und das Büro des deutschlandweit tätigen Sozialunternehmens sind am kommenden Freitag ebenfalls geschlossen. Im Geschäft gibt es seit April Obst, Gemüse, Nudeln, Marmeladen, Pasten und vieles mehr zum reduzierten Preis. Sirplus rettet Lebensmittel vor der Tonne und verkauft sie deshalb günstiger als im regulären Supermarkt.

Schließlich können alle, die an einem digitalen Klimastreik teilnehmen wollen, einen Shut-down auf Ihrer Webseite einrichten. „No business as usual: Nehmen Sie am 20. September Ihre Seite vom Netz“, fordert die Initiative Shut Down For Climate auf und bietet Hilfe für die temporäre Schließung von Webseiten an.

=Christian Kölling=