Firmenjubiläum in Buckow: 100 Jahre Hahn-Licht

Wer an die Verknüpfung von Tradition und Innovation im Handwerk denkt, dem fällt vielleicht das bayerische Bekenntnis zu „Laptop und Lederhosen“ ein oder die schwäbische Redewendung „Wir können alles, außer Hochdeutsch“. Kaum jemand denkt aber an Berlin mit seinen zahllosen klein- und mittelständischen Betrieben. Eigentlich schade, denn dass es in der selbsternannten Startup-Metropole erfolgreiche Beispiele für die Legierung von Altem und Neuem gibt, war am Freitagmittag an der Warmenstacher Straße in Buckow zu erleben, wo das Familienunternehmen Hahn-Licht, das 1919 am Segitzdamm in Kreuzberg gegründet wurde, sein 100-jähriges Jubiläum auf dem Neuköllner Betriebsgelände feierte.

Karin Rosenmeyer, die das Familienunternehmen in vierter Generation mit ihrem Mann Stefan Krinowsky führt, hatte Kunden, Lieferanten und alle, die den Betrieb bisher wohlwollend begleiteten, zur Jubiläumsfeier eingeladen. Auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller war gekommen und bekundete viel Sympathie, indem er in seinem Grußwort daran erinnerte, dass er einst als selbständiger Drucker im Familienbetrieb mit seinem Vater Jürgen Müller gemeinsam tätig war. „Ihr Unternehmen ist eine der Herzkammern guter Arbeitsplätze“, lobte Bezirksbürgermeister Martin Hikel, bevor er Karin Rosenmeyer und ihren erwachsenen Kinder, die den Betrieb einmal weiterführen werden, einen Präsentkorb mit Neuköllner Produkten wie Marzipan, Kaffee und Britzer Wein überreichte.

„Bei Hahn-Licht werden heute hauptsächlich historische Außenleuchten gefertigt – selbstverständlich seit Jahren mit modernster LED-Technik. Wir beleuchten historische Stadtzentren, Straßen, Parks oder Hauseingänge städtebaulich anspruchsvoll und zugleich normgerecht“, erläuterten Karin Rosenmeyer und Stefan Krinowsky dem Regierenden Bürgermeister beim gemeinsamen Betriebsrundgang. „Neben traditionellen Fertigungsmethoden wenden wir für die Herstellung unserer Leuchten auch modernste Techniken an. Unsere Mitarbeiter verknüpfen handwerkliche Fähigkeiten mit modernen Methoden. Jedes Teil, das wir für die Leuchten verwenden, stammt aus eigener Fertigung“, erklärten sie weiter.

Bodenständig, traditionsbewusst und innovativ war schließlich das Fest zum 100. Firmenjubiläum selbst gestaltet: Am Buffet gab es u. a. Boulette 2.0, und wer als Dankeschön für die Feier etwas Gutes tun wollte, wurde um eine Spende für die Kältehilfe der Berliner Stadtmission gebeten.

=Christian Kölling=