Bürgerbegehren soll in Neukölln für saubere Schulen und eine Rekommunalisierung der Schulreinigung sorgen

7.000 Unterschriften von kommunalwahlberechtigen Neuköllnerinnen und Neuköllnern will die Bürgerinitiative Schule in Not bis zum Ende des Jahres sammeln, damit in Zukunft an den einzelnen Neuköllner Schulen wieder feste Reinigungskräfte arbeiten, die beim Bezirk angestellt sind. „So haben Schulen Ansprechpartner und Reinigungskräfte einen Arbeitsplatz, mit dem sie sich identifizieren können. Die Reinigungskräfte brauchen mehr Zeit für ihre Arbeit und die Neuköllner Schulen müssen mindestens eine antragsfreie Grundreinigung pro Schuljahr erhalten“, begründet BI-Sprecher Philipp Dehne das Bürgerbegehren, dem im Frühjahr 2020 ein Bürgerentscheid folgen soll, wenn die erste Stufe der Unterschriftensammlung erfolgreich verlaufen ist.

„Die derzeitige Reinigungssituation an Schulen ist schlecht: Viele Eltern, Lehrer, Schüler und auch Sportvereine beschweren sich über die unhygienischen Zustände in den Schulen und Turnhallen“, kritisiert Dehne. Verantwortlich seien dafür die miserablen Arbeitsbedingungen im Reinigungsgewerbe, sagt Dehne: „Die Reinigungskräfte leisten oft unbezahlte Überstunden und haben unsichere Arbeitsbedingungen, denn seitdem die Schulreinigung privatisiert wurde, unterbieten sich die Reinigungsfirmen gegenseitig mit billigen Angeboten, weil der billigste Anbieter den Zuschlag bekommt.“

Die Initiative Schule in Not, der auch ein Hausmeister der Neuköllner Fritz-Karsen-Schule angehört, stellte sich gestern beim Spandauer Gewerkschaftsmarkt vor. Sofern die Initiative in Neukölln erfolgreich ist, soll sie auch in anderen Bezirken gestartet werden. Einwohneranträge zur Rekommunalisierung der Schulreinigung laufen bereits in Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow und Tempelhof-Schöneberg.

=Christian Kölling=