Hindus ehren Murugan und Ganesha in Neukölln

Für die in Berlin lebenden Hindus folgten in den vergangenen Tagen zwei religiöse Feste dicht aufeinander – und jedes Mal lag das Zentrum der Feierlichkeiten in Neukölln. Rund um das Karree des Sri Mayurapathy Murugan Tempels an der Blaschkoallee/Riesestraße fand am Donnerstagmittag eine mehrstündige Prozession statt. Auf einem bunt geschmückten großen Wagen zogen festlich gekleidete Gläubige ein Abbild des Gottes Murugan und seiner beiden Gemahlinnen Valli und Devaanai durch die benachbarten Straßen. Die Götterstatue darf nur ein Mal im Jahr den Tempel verlassen und wird dabei von Gebetsgesängen, Tänzen, Musik, besonderen Rituale und einer vorausfahrenden Pagode mit einer Ganesha Figur begleitet. Der Umzug reinigt die Umgebung des Tempels von negativen Energien und vertreibt Dämonen, so der Glaube. Auf dem Britzer Damm richtete Bezirksbürgermeister Martin Hikel ein Grußwort an die Gläubigen. Auch der Neuköllner Integrationsbeauftragte Jens Rockstedt nahm an dem Umzug teil.

Der Sri Mayurapathy Murugan Tempel Berlin ist einer der wenigen auf der nördlichen Welthalbkugel existierenden Hindu Tempel. Er wurde im Jahr 1991 von Tamilen aus Sri Lanka zunächst in Kreuzberg errichtet und steht seit 2013 in Britz. Besonderheit dieses Tempels ist, dass er als einziger und erster Tempel in ganz Europa ausnahmslos sechs Poojas täglich veranstaltet. Sein Namenspatron Murugan ist der zweitgeborene Sohn des Gottes Shiva und der Göttin Parvati. Unter den tamilischen Hindus gehört Murugan zu den populärsten Gottheiten. Murugans älterer Bruder ist Ganesha. Während Ganesha als weise, bescheiden und geduldig gilt, wird Murugan als intelligent, energiegeladen und mutig beschrieben.

Vier Tage später, am vergangenen Montag wurde im Sri Ganesha Hindu Tempel in der Hasenheide das Sri Ganesha Chaturthi-Fest begangen, das einer der höchsten hinduistischen Feiertage ist. Zum Geburtstagsfest der Gottheit Ganesha waren auch einige Mitglieder des Integrationsausschusses gekommen: Bezirksstadtrat Jochen Biedermann, Bezirksbürgermeister Martin Hikel sowie die Neuköllner Abgeordnete Dr. Susanna Kahlefeld. Zur Sri Ganesha-Gemeinde in Berlin zählen etwa 200 Familien, die aus allen Landesteilen Indiens stammen. Auch in diesem Jahr waren wieder zahlreiche junge Familien in den Tempel gekommen.

Vilwanathan Krishnamurthy, der in Neukölln seit langem sozialpolitisch aktiv ist, und andere Mitglieder des Sri Ganesha Hindu Tempel e.V. arbeiten seit 2005 ziestrebig daran, dass eines Tages im nordöstlichen Zipfel der Hasenheide zu Ganeshas Ehren einer der größten Hindu Tempel Europas eröffnet wird. „Das Eingangportal des Tempels ist 17 Meter hoch. Es ist damit das höchste Portal eines Ganesha Tempels weltweit“, erklärte Krishnamurthy bei einer Begehung der Baustelle im Anschluss an die Zeremonie. Der Tempel mit einer 32 mal 27 Metern großen Grundfläche solle im kommenden Jahr fertigt gestellt sein, bekräftigte Krishnamurthy.

=Christian Kölling=

Eine Antwort

  1. Lieber Herr Kölling,

    grundsätzlich erst mal vielen Dank für die zahlreichen Informationen, die Sie über Neukölln liefern. Ich bin froh, dass Ihre Auszeit nur kurz dauerte.

    Aber dieses mal ist Ihnen ein Fehler unterlaufen: Nahezu 100% aller Hindutempel liegen auf der Nordhalbkugel dieses Planeten, schließlich liegt ja ganz Indien nördlich des Äquators. Ich weiß, was Sie gemeint haben, aber es war falsch ausgedrückt.

    Herzliche Grüße,

    Paul Heinz Räther

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