Sonnen-Grundschule dankt Aylas Unterstützern von damals

Als die Erstklässlerin Ayla aus der Neuköllner Sonnen-Grundschule im Jahr 2016 zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern nach Aserbaidschan abgeschoben werden sollte, weil ihr Vater 17 Jahre zuvor bei seiner Einreise nach Deutschland falsche Angaben gemacht hatte, konnten viele Menschen diese Entscheidung des damaligen Innensenators Frank Henkel nicht verstehen. Mitschüler, Eltern, Lehrer und Nachbarn aus der Weißen Siedlung organisierten Demonstrationen und Kundgebungen vor der Schule am Dammweg, über die Presse, Funk und Fernsehen berichteten.

Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey, die Stadträte Jan-Christopher Rämer und Bernd Szczepanski sowie zahlreiche Bezirks- und Landespolitiker schlossen sich damals den Forderungen an, dass Ayla und ihre Familie in Neukölln bleiben müssen und nicht in die Krisenregion Bergkarabach abgeschoben werden dürften. Gegen die Stimmen der CDU verfasste die BVV einen Beschluss, der an Innensenator Henkel (CDU) appellierte: „Es ist für uns nicht nachvollziehbar, dass eine Familie, die seit vielen Jahren in Deutschland lebt und sich hier integriert hat, deren Kinder hier geboren sind und in die Kita und Schule gehen, Kinder, die die Herkunftsländer ihrer Eltern nie gesehen haben, nun abgeschoben werden soll.“

„Ayla bleibt“, konnten die Medien schließlich im Januar 2017 nach den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus melden. Der neue Innensenator Andreas Geisel hatte den Fall wieder aufgegriffen und entschieden, dass die Familie in Berlin bleiben darf. „Das Jahr davor war für die Familie von einer Unsicherheit geprägt, die sich die allermeisten Menschen nicht vorstellen können“, erinnert sich die Schulleiterin der Sonnen-Grundschule Karoline Pocko-Moukoury noch heute. Am Freitagnachmittag richtete sie zusammen mit Schulstadträtin Karin Korte und Sozialstadtrat Jochen Biedermann einen kleinen Empfang aus, um die Unterstützerinnen und Unterstützer von damals zu ehren. Sozialarbeiter und Streetworker Hamza El-Khalaf vom Sunshine Inn Kinder- und Jugendtreff, der die Nachbarschaft in der Weißen Siedlung organisierte, Sozialstadtrat Bernd Szczepanski sowie Sylvia Baumeister, die damals für die Neukölln-Ausgabe der Berliner Woche berichtete, gehörten u. a. zu den Geehrten. Auch das Facetten-Magazin Neukölln wurde für die Berichterstattung über Ayla mit einer Urkunde und Blumen ausgezeichnet.

=Christian Kölling=