CDU stellte ihren Masterplan Wohnen in Rudow vor

„Wohnen ist in Großstädten und Ballungsräumen das große Thema. Wir wollen Ihnen deshalb die Lösungsvorschläge der CDU vorstellen.“ Markus Oegel, Vorsitzender der CDU Rudow, hatte im Casino des TSV Rudow direkt neben Einfamilienhäusern und in Sichtweite der Hochhäuser der Gropiustadt am verganenen Dienstagsabend alle fachkompetenten Politker der CDU zusammen gebracht: Kai Wegner – Bundestagsabgeordneter, Landesvorsitzender der CDU Berlin und Baupolitischer Sprecher der CDU/CSU Bundestagsfraktion – war ebenso zum Sportplatz an der Neuköllner Straße gekommen wie der Landesparlamentarier Christian Gräff, Bau- und Wohnungspolitischer Sprecher der CDU Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Als Vertreter der Bezirksebene hatte Oegel den Neuköllner Bezirksstadtrat für Umwelt- und Naturschutz Bernward Eberenz auf das Podium geladen. Eberenz wurde im Fall der Bebauung des RIAS-Geländes in Britz über die Grenzen Neuköllns bekannt, als er Belange des Natur- und Umweltschutzes gegen einen Investor erfolgreich durchsetzte.

„Alle Ampeln auf Grün, was den Wohnungsbau betrifft“, eröffnete Kai Wegner die Debatte: „Die Stadt wird weiter wachsen, darauf müssen wir uns einstellen. Wir können Berlin nicht abschließen“, sagte er und forderte in Übereinstimmung mit Christian Gräff ein Bündnis am Wohnungsmarkt nach dem Vorbild des Hamburger Bündnisses für Wohnen. Im Masterplan Wohnen, den die CDU auf ihrem Landesparteitag im Oktober 2018 beschloss und nun einer breiten Öffentlichkeit vorstellen will, wird eine enge Zusammenarbeit der Länder Berlin und Brandenburg gefordert, um Wohngebiete bis an die Grenze Brandenburgs und darüber hinaus zu erschließen.

Christian Gräff stellte aus dem Masterplan die Idee des „Berliner Wohngelds“ vor und erläuterte: „Berliner mit mittleren Einkommen sollen bei der Finanzierung ihrer Wohnkosten bei Neueinzug unterstützt werden. Bis zu einem bestimmten Einkommen erhalten Mieter dann einen finanziellen Zuschuss, wenn die Nettokaltmiete der Wohnung 8 Euro pro Quadratmeter überschreitet und weniger als 13 Euro/Quadratmeter beträgt.“ Weiterhin sprach sich der CDU-Politiker für die Eindämmung der Spekulation aus: “Modelle zur Umgehung der Grunderwerbssteuer müssen bekämpft werden. Eine Möglichkeit wäre, leerstehende bebaubare Flächen im Rahmen der Grundsteuer so zu besteuern, als wären sie bebaut“, sagte Gräff, der die Mieten in der Stadt zwar nicht grundsätzlich deckeln, dafür aber stabilisieren möchte.

„Natur und Stadt sind erst einmal Gegensätze. Wir brauchen aber Grün in der Stadt, denn das Grün macht die Stadt schön und angenehm“, stellte Umweltstadtrat Eberenz fest und leitete daraus eine Forderung an das Planungsrecht ab: Bei der Versorgung der Bevölkerung müsse garantiert werden, dass im Nahbereich für jeden Einwohner sechs Quadratmeter Grünfläche vorhanden sind. Dieser Richtwert wird im Umweltatlas Berlin bereits zur Analyse der Versorgung mit Freiflächen verwendet. Im Norden Neuköllns entfielen dagegen nur etwas mehr als vier Quadratmeter Grünfläche auf jeden Einwohner. Vehement sprach sich Eberenz erneut dagegen aus, den St. Jacobi Friedhof sowie den Friedhof der Jerusalems- und Neuen Kirche zu bebauen.

In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum meldete sich die Bürgerinitiative „Rettet Rudows Felder“ zu Wort. Zwischen Ostburger Weg und Neuhofer Straße liegt das sogenannte Mettefeld. Das 44.000 Quadratmeter große Gelände soll nach dem Willen des Bezirkes Neukölln für den Wohnungsbau genutzt werden, was die Initiative entschieden ablehnt. „Wir können uns in der gegenwärtigen Situation nicht grundsätzlich gegen eine Bebauung des Mettefeldes aussprechen. Wir treten deshalb dort für den Bau von Eigenheimen ein“, antwortete Markus Oegel dem Sprecher der Initiative.

=Christian Kölling=

Eine Antwort

  1. Wo sind wir in Berlin nur hingekommen ? Keine Achtung mehr vor Friedhöfen, keine Achtung mehr vor der Totenruhe.
    Wenn man einen Friedhof bebaut werden automatisch Knochenteile von Menschen aus der Erde geholt. Was macht man damit, wo kommen die hin ? Weggeworfen? Wohin geworfen ? Respektlos aus dem Weg geräumt ?
    Auf die Kriegsfriedhöfe würden wohl nie Häuser gebaut werden, Hoffe ich. Auf den Friedhöfen in Neukölln liegen aber meine Eltern, Tanten, Onkel, Freunde. Wir haben ihre Gräber gepflegt. An ihren Gräbern geweint. Seid mal ehrlich, würdet Ihr auf einem Friedhof wohnen wollen ???

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