Ausstellung, Stadtführungen, Gespräche: Neukölln und Treptow-Köpenick erinnern an die Mauer

Zum 58. Jahrestag des Mauerbaues am 13. August 1961 eröffnete Dienstagnachmittag die Ausstellung „Von der Friedlichen Revolution zur deutschen Einheit“ der Bundesstiftung Aufarbeitung in der Neuköllner Helene-Nathan-Bibliothek. Mit über 100 zeithistorischen Fotos und Dokumenten wird auf 20 Tafeln von der Selbstdemokratisierung der DDR und der Wiedererlangung der staatlichen Einheit berichtet. QR-Codes verlinken zu 18 Videointerviews mit Akteurinnen und Akteuren der Friedlichen Revolution.

Auf der Vernissage wurden Oliver Igel, Bezirksbürgermeister Treptow-Köpenick, sein Neuköllner Amtskollege Martin Hikel, die Neuköllner Bildungsstadträtin Karin Korte, Uwe Krzewina, Leiter der VHS Neukölln, Stefan Feldt, Leiter der VHS Treptow-Köpenick und Robert Grünbaum von der Bundesstiftung Aufarbeitung von den Moderatoren Jennifer Rasch und Henning Holsten rund eine Stunde lang nach Zeitzeugenberichten und anderen persönlichen Eindrücken zum Mauerfall vor 30 Jahren befragt.

Einen Tag später erläuterten Henning Holsten und Matthias Wiedebusch auf einer Spurensuche entlang des Mauerwegs vom Lohmühlenplatz bis zur Heidelberger-/Elsenstraße die Geschichte des Mauerbaues vor Ort. Sie berichteten während der Führung nicht nur von den Ereignissen rund um den 13. August 1961, sondern schilderten auch zahlreiche Fluchtgeschichten. Beispielsweise die spektakuläre Geschichte zweier Männern, die Mitte der 1980er Jahre mit einer Art Seilbahn flüchteten. Das Seil hatten sie zuvor mit Pfeil und Bogen von Ost nach West geschossen, um es hoch über der Bouchestraße zwischen den Dächern von zwei gegenüberliegenden Häusern zu spannen.

Drittes Element der Kooperationsveranstaltung der Volkshochschulen Neukölln und Treptow-Köpenick sind die Mauergespräche, die am kommenden Mittwoch in Neukölln beginnen und ab Oktober in Treptow-Köpenick fortgeführt werden. Mit den „Mauergesprächen“ sind Menschen aus dem ehemaligen Ost- und Westbezirk, Nachgeborene und Zugezogene von August bis November eingeladen, Erfahrungen auszutauschen, Perspektivwechsel einzunehmen und nach Wegen der Überwindung künstlicher Grenzen zu suchen.

VHS-Kurs: Mauergespräche Neukölln-Treptow

Drei Jahrzehnte nach dem Fall der Berliner Mauer begeben wir uns auf die Spurensuche nach dem Leben vor, während und nach der Mauer. Menschen aus dem ehemaligen Ost- und Westbezirk, Nachgeborene und Zugezogene sind eingeladen, Erfahrungen auszutauschen, Perspektivwechsel einzunehmen und nach Wegen der Überwindung künstlicher Grenzen zu suchen. Moderation: Jennifer Rasch (Kulturwissenschaftlerin, Treptow) und Henning Holsten (Historiker, Neukölln)

Termine:
21. August, 4. und 18. September von 18.30 – 21 Uhr im Einkaufszentrum Neuköllner Tor (Karl-Marx-Str. 231–235, Raum 2) / Kursnummer: Nk-B070c
2., 9. und 30. Oktober sowie 13. November von 18.30 – 21 Uhr in der VHS Treptow-Köpenick (Baumschulenstraße 79–81, Raum 110) / Kursnummer: TK-1005-H

=Christian Kölling=