Erinnerung an den Dichter und Revolutionär Erich Mühsam zum 85. Jahrestag seiner Ermordung

Erich Mühsam forderte als Lyriker, Essayist und Dramatiker mit scharfer Satire die Staatsgewalt heraus. Er wurde am 6. April 1878 in Berlin geboren, wuchs in Lübeck auf und bildete sich in der Berliner Boheme der Jahrhundertwende zum anarchistischen Schriftsteller aus. Ab 1909 lebte er in München, gab seine eigene Zeitschrift ‚Kain‘ heraus und beteiligte sich 1919 an der Gründung der Münchner Räterepublik. Verurteilt zu 15 Jahren Festungshaft, wurde er 1924 amnestiert. Nach seiner Entlassung kehrte er nach Berlin zurück, wo er seit 1927 in der Britzer Hufeisensiedlung lebte. Im Zuge der Massenverhaftungen nach dem Reichstagsbrand wurde er am 28. Februar 1933 von den Nationalsozialisten festgenommen. Über ein Jahr in verschiedenen Gefängnissen und Konzentrationslagern interniert und misshandelt, ermordeten ihn Angehörige der SS-Leibstandarte Adolf Hitler am 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg.

In zeitlicher Nähe seiner Ermordung erinnert die Initiative Hufeisern gegen Rechts seit sieben Jahren öffentlich an das Leben und Werk Erich Mühsams. Am kommenden Sonnabend hat sie das Weber-Herzog-Musiktheater an die Treppe am Hufeisenteich eingeladen. Vielen ist Erich Mühsam gar nicht, anderen nur als Anarchist und Mitbegründer der Münchner Räterepublik bekannt. Das Weber-Herzog Musiktheater will das Publikum mit der Vielfarbigkeit seines künstlerischen Schaffens – Liebeslyrik, Naturgedichte, philosophische Betrachtungen, sozialkritische Balladen, tagespolitische Pamphlete, Weltschmerz und Witz – bekannt machen.

Lieder und Gedichte von Erich Mühsam mit dem Weber-Herzog-Musiktheater: Samstag, 10. August, um 15 Uhr an der Treppe am Hufeisenteich (Fritz-Reuter-Allee 46 – 48, U7 Blaschkoallee oder U7 Parchimer Allee)

=Christian Kölling=