In der High-Deck-Siedlung starten mit dem Schulbeginn die Aktionswochen „Zu Fuß zur Schule“

670 Grundschulkinder besuchen die Schule in der Köllnischen Heide. Fast alle leben in unmittelbarer Nähe im Quartier High-Deck-Siedlung / Sonnenallee Süd. Obwohl der tägliche Schulweg zwischen 200 und weniger als 1000 Meter beträgt, fahren viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto vor das Schulgebäude. „Das muss sich ändern“, sagte sich die Gesamtelternsprecherin der Grundschule Hafsa Özkan, „denn die vielen Elterntaxis sorgen regelmäßig für Chaos vor der Schule in der Hänselstraße.“ Sie wandte sich deshalb im Frühjahr mit ihrem Problem an das Quartiersmanagement der High-Deck-Siedlung.

„Gemeinsam mit dem Familien-Forum High-Deck, der Polizei, dem Quartiersmanagement-Team, der Elternsprecherin und zwei Beschäftigungsträgern wurde eine Idee entwickelt, die die Kinder unterstützen soll, einen sicheren Schulweg zu nutzen“, erklärte QM-Managerin Ines Müller, wie sich aus Özkans Denkanstoß ein konkretes Projekt entwickelte, das morgen mit dem Schulbeginn startet. „An fünf Punkten entlang der Sonnenallee werden morgens gut sichtbare Sammelpunkte zu finden sein, von wo aus die Grundschüler in Gruppen gemeinsam zur Schule gehen oder auch dabei begleitet werden“, führte Müller aus: „Die viel befahrene Sonnenallee soll künftig nur noch über die Fußgängerbrücke am Sonnencenter und an der Ampelanlage Hänselstraße – also an zwei Stellen – überquert werden. Dies ist natürlich freiwillig.“ Zusätzlich werden übergroße Transparente an den Zäunen rund um die Grundschule sowie Flyer und Plakate auf die Aktionswochen vom 5. August bis 27. September hinweisen. Diese Quartiersaktion wird aus dem Programm „Soziale Stadt“/ Aktionsfonds High-Deck-Siedlung / Sonnenallee Süd finanziert und vom BUND Berlin unterstützt. Im Neuköllner Körnerkiez startete bereits vor den Sommerferien mit dem Laufbus ein ähnliches Projekt als Alternative zum Elterntaxi.

„Eltern, die ihre Sprösslinge mit dem Auto zur Schule bringen, tun ihnen keinen Gefallen. Zum einen führt der starke Eltern-Bringeverkehr morgens vor vielen Schulen zu chaotischen und unsicheren Situationen. Zum anderen können die Kinder vom Rücksitz aus nicht lernen, sich sicher im Straßenverkehr zu verhalten: Das muss in der realen Situation geübt werden!“, erklärte Gabi Jung vom BUND. Kitas und Schulen, die das Thema „Zu Fuß zur Kita und zur Schule“ aufgreifen und die selbstständige und umweltfreundliche Mobilität der Kinder fördern möchten, können sich an die Projektleiterin wenden, um Unterstützung zu erhalten. Bundesweit finden vom 16. bis 27. September wieder die bundesweiten Aktionswochen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ statt, an denen sich in Berlin 2018 mehr als 50 Kitas und 70 Schulen beteiligten. Weitere Informationen und Materialien gibt es zudem auf der Webseite http://www.mobilitaetserziehung-berlin.de.

=Christian Kölling=