Kooperationprojekt „Mauergespräche“ der Volkshochschulen Neukölln und Treptow-Köpenick reflektiert über das Ende der Berliner Mauer vor 30 Jahren

16 Kilometer war die Mauer zwischen Treptow und Neukölln lang, die von August 1961 bis November 1989 die beiden Bezirke voneinander trennte. Gelegentlich deuten Großkopf-Pflastersteine, die in doppelter Reihe verlegt sind, ihren früheren Verlauf im Stadtbild gut sichtbar an. Doch ansonsten weisen nur wenige Relikte und Baulücken den geübten Beobachter auf die ehemalige Grenzanlage mit ihrem Todesstreifen hin, die wie kein anderes Bauwerk die weltgeschichtliche Frontlinie im Kalten Krieg zwischen Ost und West symbolisierte. Ist mit dem fast vollständigen Verschwinden der Mauer aber bereits die jahrzehntelange Teilung überwunden oder existiert die Mauer in den Köpfen weiter?

Zum 30. Jubiläum des Mauerfalls präsentieren die Volkshochschulen der einst getrennten Nachbarbezirke Neukölln und Treptow-Köpenick unter dem Titel „Mauergespräche“ ein berlinweit einmaliges Kooperationsprojekt. Im Rahmen einer gemeinsamen Kursreihe sowie bei Stadtführungen, Zeitzeugengesprächen und Filmvorführungen soll der Dialog zwischen Ost und West erneut angeregt und vertieft werden. Das Projekt konnte mit Fördermitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur realisiert werden.

Mit den „Mauergesprächen“ sind Menschen aus dem ehemaligen Ost- und Westbezirk, Nachgeborene und Zugezogene von August bis November eingeladen, Erfahrungen auszutauschen, Perspektivwechsel einzunehmen und nach Wegen der Überwindung künstlicher Grenzen zu suchen. Die Moderation übernehmen die Kulturwissenschaftlerin Jennifer Rasch (Treptow) und der Historiker Henning Holsten (Neukölln).

Zum Jahrestag des Mauerbaus wird zudem am 13. August um 17 Uhr in der Helene-Nathan-Bibliothek, die Ausstellung „Von der Friedlichen Revolution zur deutschen Einheit“ eröffnet. Zur Vernissage moderieren Rasch und Holsten ein Gespräch zwischen Martin Hikel, Bezirksbürgermeister Neukölln, Karin Korten, Bildungsstadträtin Neukölln, Uwe Krzewina, Leiter der VHS Neukölln, Stefan Feldt, Leiter der VHS Treptow-Köpenick und Robert Grünbaum von der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Die Teilnahme am Kurs „Mauergespräche“ und an den Veranstaltungen ist kostenlos. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bitte reservieren Sie Ihre Teilnahme unter mauergespraeche@vhs-neukoelln.de. Online sind alle Angebote unter http://www.vhs-neukoelln.de zu finden.

=Christian Kölling=