Beteiligungsgremium Sonnenallee fordert Rodungsstopp am Weigandufer

„Wir fordern den Stopp der geplanten Rodungsmaßnahmen zwischen Weichselplatz und Wildenbruchpark und die Neuaufnahme des Planungsprozesses unter ökologischen und stadtklimatischen Gesichtspunkten nach den Richtlinien des Berliner Senats.“ Mit diesem Beschluss endete am Montagabend das 67. Treffen des Beteiligungsgremiums im Gebietsteil Sonnenallee, das wie üblich in den Räumen der Brandenburgischen Stadterneuerungsgesellschaft mbH in der Richardstraße 5 stattfand.

Hintergrund des vom Gremium einstimmig gefassten Beschlusses: Die Rodung aller Sträucher zwischen Elsensteg und Wildenbruchbrücke im östlichen Abschnitt des Uferweges, der zwischen Lohmühlenbrücke und Treptower Straße zum 20 grüne Hauptwege-Netz gehört, hatte im Frühjahr bei vielen Anwohnern Unverständnis und teilweise sogar Entsetzen ausgelöst. Auf einer Protestkundgebung am 2. Mai stritten mehr als 20 Teilnehmer mit dem Leiter des Neuköllner Straßen- und Grünflächenamtes Wieland Voskamp vor Ort an der Wildenbruchbrücke anderthalb Stunden lang über den Sinn und Wert des Bauvorhabens.

Auch ein Folgetreffen am 24. Juni, bei dem Bezirksbürgermeister Martin Hikel mit Amtsleiter Voskamp und dem Leiter des Stadtplanungsamtes Rolf Groth das Gespräch mit dem Beteiligungsgremium und den Anwohnern im Cigli-Zimmer des Neuköllner Rathauses suchte, brachte keine rasche Lösung. Die neue Pläne des Bezirksamtes, die zwar an einer Rodung festhalten, jetzt aber die Neupflanzung von 138 Sträuchern vorsehen, konnten nicht vorgestellt und diskutiert werden, obwohl der Bezirksbürgermeister mehrmals darum bat.

Am Treffen des Beteiligungsgremiums am Montagabend nahm Stadtentwicklungsstadtrat Jochen Biedermann stellvertretend für Hikel teil, der gerade im Urlaub ist. „Ich gehe davon aus, dass die Bezirksverordnetenversammlung nach der Sommerpause über die Rodung am Weigandufer beraten wird“, sagte Biedermann, der zwar eifrig Notizen machte, zu Detailfragen des Verfahrens aber nichts sagen konnte.

=Christian Kölling=