Informelle Kunst am Bauzaun

Seltsamer Vogel, Berliner Original, Stadtgestalter oder Aktionskünstler? Der Sechsenmaler Rainer Brendel lebt seit Ende der 1990er Jahre in der Stadt. Auch in Neukölln hat er in den letzten zwei Jahrzehnten an unzähligen Orten sein Markenzeichen hinterlassen: Eine mit weißer Farbe gemalte 6, die entfernt an einen Penis erinnert. Kunst oder Spleen? Die Meinungen gehen auseinander, wie seine Aktionen einzuordnen sind.

Brendels Zeichen ist in Berlin, aber auch in Paris, Brüssel, Stuttgart und Hamburg an allen möglichen und unmöglichen Orten im Stadtbild zu sehen – auf Werbeplakaten, an Wänden, auf dem Bürgersteig oder auch auf Kühlschränken, Matratzen und anderem Sperrmüll am Straßenrand.

Anstatt immer nur Sechsen zu malen, arbeit Brendel gelegentlich auch an größeren Installationen. Prominent platziert hängt seit dem Wochenende eins seiner „Fahrradobjekte“ im Zaun der Dauerbaustelle in der Karl-Marx-/Erkstraße.

=Christian Kölling=