„Es muss nicht immer der Lipschitzplatz sein!“

„Was lange währt, wird gut“, lautet ein Sprichwort und wenn es zutrifft, ist die Erfolgsgeschichte des Brunnens am Lipschitzplatz vorprogrammiert. Zwei Jahrzehnte lang war das 1987 eingeweihte Wasserspiel in der Gropiusstadt außer Betrieb. Doch vor rund zwei Jahren hatte sich die Neuköllner Beauftragte für Menschen mit Behinderung, Katharina Smaldino, bei ihren Kollegen und Vorgesetzten im Bezirksamt dafür eingesetzt, dass der Bezirk Fördermittel in Höhe von 1,7 Millionen Euro aus dem Programm Zukunft Stadtgrün für das fast vergessene Schmuckstück akquirierte. Gestern Nachmittag eröffneten Bezirksbürgermeister Martin Hikel und Bezirksstadträtin Karin Korte zusammen mit vielen Gropiusstädtern und Gästen den umfangreich sanierten Brunnen, der wieder ein identitätsstiftender Ort für die Siedlung werden soll,

Rund um die Anlage wurden die Granitbänke instandgesetzt und das Pflaster erneuert. Für die Bewohnerinnen und Bewohner der Gropiusstadt soll das Wasserspiel, das in der Nacht beleuchtet ist, wieder zum sozialen Treffpunkt werden. Automatisch wird die Höhe des Wasserstrahls im Sprinbrunnen sogar der Windstärke angepasst, sodass niemand auf den Bänken nass wird, wenn es windig ist. „Es muss nicht immer der Lipschitzplatz sein“, sagte Korte, deren politische Arbeit seit langem mit der Gropiusstadt eng verbunden ist, und wünschte sich, dass in Zukunft auch kleinere Veranstaltungen am Platz stattfinden werden.

„Die Wiederinbetriebnahme des Brunnens ist nur der Auftakt“, kündigte Hikel an. „Das Bezirksamt Neukölln wird in den kommenden Jahren umfangreiche Veränderungen in der Gropiusstadt vornehmen, um die Aufenthaltsqualität und die Orientierung im Quartier zu verbessern. Neben der Aufwertung der bestehenden Grünzüge wird ein Wegeleitsystem eingerichtet und die Barrierefreiheit etwa für die Straßenquerung verbessert“, erläuterte der Bürgermeister. Rund 4,9 Millionen Euro, die in den kommenden Jahren aus dem Städtebauförderprogramm Zukunft Stadtgrün bereit gestellt werden, sollen die Maßnahmen ermöglichen.

Der Integrationsverein ImPULS, der im Gemeinschaftshaus Gropiustadt beheimatet ist, hatte ein großes Modell-Segelboot mit gebracht, das Yuliya Pankratyeva und ihre Mitarbeiterinnen zusammen mit vielen bunten Papierbooten ins Wasser setzen. Nach dem feierlichen Knopfdruck sprudelte die Fontäne hoch in den Himmel. Bei Essen und Getränken konnten die Gropiusstädter anschließend sich am Wasserspiel erfreuen.

=Christian Kölling=