Open-Air-Ausstellung „Kiez Gesichter“ macht 30 Institutionen in der Nachbarschaft noch bekannter

„Bei Kerstin und Andre Gerloff, in ihrem Moped- und Fahrradladen, begann meine fotografische Reise. Beide sind mir im Laufe der Zeit, da ich dort mein Fahrrad reparieren lasse, vertraut geworden, und ich habe Lust bekommen, sie einmal zu portraitieren.“ Anschaulich schildert die Fotografin und Mediengestalterin Gisela Gürtler, die seit 2009 in Neukölln lebt und seit 2017 im Bezirk arbeitet, wie die Idee zu ihrer Arbeit „Kiez Gesichter“ entstand und sich entwickelte: „Ich fing an, weitere Menschen im Kiez zu fotografieren und interviewen, die Gesichter und ihre Geschichte dahinter sichtbar zu machen. Wie beim Domino, führte mich ein Portrait zum nächsten“, fügt sie hinzu.

„Sehr selten fragt man die Menschen aus dem Kiez, die einem immer wieder über den Weg laufen, nach ihrem Namen, nach ihrer Geschichte und noch seltener portraitiert man sie“, weiß die Neuköllnerin aus eigener Erfahrung. Doch mit ihrer Open-Air-Ausstellung, die 24 Stunden täglich entlang des Verbindungsweges zwischen Hobrechstraße 55 und Kottbusser Damm 80 geöffnet ist, brachte sie Institutionen wie den Deutsch-Polnischen Buchladen, die Blumenhändlerin, den Schornsteinfegermeister, das Team des lokalen Supermarktes, den Kneipenwirt aus der Lenaustraße und 25 andere Kiezprominente den Nachbarn im Quartier noch näher.

„Die Eröffnung war ein wunderschönes Fest. Die Portraitierten haben ihre eigenen Fotos, welche ich mit Tüchern verhangen hatte, enthüllt. Menschen sind zusammen gekommen. Werden miteinander vertraut und erhalten ein Gesicht“, erinnert sich Gürtler. Da der Anklang so groß war, öffnete die ursprünglich für drei Tage konzipierte Ausstellung erneut Ende Juni bis zum kommenden Sonntag.

=Christian Kölling=

2 Antworten

  1. Wie lang geht die Ausstellung denn noch? Da steht nur ein Juni-Termin…
    ?!?

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