„Die Ankunftsgesellschaft erkennt nicht den Mehrwert der Migration!“

Seit gut einem Jahr ist Jens Rockstedt Integrationsbeauftragter in Neukölln. Beim Sommerfest des Neuköllner Migrationsbeirates, das traditionell im interkulturellen Garten „Perivoli“ begangen wird, den griechische Seniorinnen und Senioren in Britz vor 17 Jahren als Begegnungsort für Menschen aus verschiedensten Herkunftsländern und Kulturen anlegten, konnte Rockstedt am Donnerstagnachmittag eine erste positive Jahresbilanz ziehen: „Der Migrationsbeirat hat mir sehr geholfen, im Amt gut anzukommen“, sagte der Nachfolger von Arnold Mengelkoch zur Eröffnung des Sommerfestes, an dem auch Bezirksbürgermeister Martin Hikel teilnahm.

Der Beirat, in dem Vertreter von Migrantenvereinen, Wohlfahrtsverbänden, Schulen, Jobcenter, Polizei und Kommunalpolitik zusammenkommen, will die Beteiligung aller Neuköllnerinnen und Neuköllner nichtdeutscher Herkunft an der kommunalen und politischen Arbeit fördern.

„Ich arbeite für ein demokratisches, friedliches, tolerantes und buntes Neukölln, in dem Teilhabe und Vielfältigkeit Normalität sind“, erklärte mir Rockstedt im Laufe des Abends an einem der schön geschmückten Tische: „Als Integrationsbeauftragter setze ich mich für ein friedliches und möglichst spannungsfreies Zusammenleben der unterschiedlichen kulturellen und ethnischen Gruppen in Neukölln ein.“ Integration sei eher ein Problem der alteingessesenen Bevölkerung. Die Medien würden oft nur über Negativthemen wie Kriminalität, Schulversagen und Islamismus berichten.

„Es ist wichtig, die Gesellschaft als Einwanderungsgesellschaft zu begreifen und sich immer wieder zu vergegenwärtigen, was dies für alle Neuköllnerinnen und Neuköllner bedeutet“, erklärte mir Rockstedt und fügte nachdenklich hinzu: „Die Ankunftsgesellschaft erkennt nicht den Mehrwert der Migration!“

=Christian Kölling=