„Wir schlagen Mkomanile und Lucy Lameck aus Tansania für die Umbenennung der Wissmannstraße vor!“

Unter dem Motto „Neukölln dekolonisieren!“ lud diesmal die BVV-Fraktion der Neuköllner Grünen zu ihrem alljährlichen Empfang ein. Bernd Szczepanski, Co-Fraktionsvorsitzender der Grünen, der die Funktion gemeinsam mit seiner weiterhin erkrankten Kollegin Gabriele Vonnekold im Bezirksparlament wahrnimmt, konnte als Gastredner am Freitagabend den Politikwissenschaftler Joshua Kwesi Aikins im Bürgerzentrum in der Werbellinstraße begrüßen.

„Mit dem Namen Wissmann verbindet sich die Maafa, das ist ein Begriff für die Katastrophe des Kolonialismus in Afrika“, leitete Aikins seinen Vortrag ein. „Hermann von Wissmann trug mit militärischen Expeditionen maßgeblich zur gewaltsamen Kolonisierung des Kongo bei. Als Reichskommissar schlug er zwischen 1888 und 1890 den antikolonialen Widerstand der Küstenbevölkerung in ‚Deutsch-Ostafrika‘ – heute Tansania, Ruanda und Burundi – nieder“, führte der Politikwissenschaftler aus und erinnerte: “Wissmann bereitete als Kolonialgouverneur wesentlich die Besteuerung der Kolonisierten vor, die 1905 zum Auslöser des Maji-Maji-Kriegs wurde. In diesem Krieg verloren mindestens 100.000 ostafrikanische Menschen ihr Leben.“

Anschließend ging Aikins ausdrücklich auf den Beschluss der Bezirksverodnetenversammlung aus dem März 2018 zur Umbenennung der Wissmannstraße ein und regte an, die Straße nach einer Frau zu benennen, die einen inhaltlichen Bezug zum Thema Antikolonialismus hat. „Wir schlagen Mkomanile und Lucy Lameck aus Tansania für die Umbenennung der Wissmannstraße vor!“, gab Aikins das Votum dekolonialer Initiativen bekannt. Mkomanile war eine Afrikanerin, die im heutigen Tansania einst Widerstand gegen die deutschen Kolonialherren leistete. Lucy Lameck war eine tansanische Politikerin, die als erste Frau einen Ministerposten in der Regierung Nyerere innehatte.

=Christian Kölling=

2 Antworten

  1. Der grüne Genosse Szczepamski verschweigt, daß Hermann v. Wissmann als Oberkommandierender und Kolonialgouverneur in Deutsch-Ostafrika, heute Tansania, die arabischen Sklavenhändler bekämpfte, die über Sansibar die arabische Halbinsel mit schwarzem Frischfleisch versorgten. Er schlug sie vernichtend und ließ ihren Führer, Bushiri, aufhämgen. Die Afrikaner waren dafür nicht undankbar und blieben bis zum Ende des ersten Weltkrieges auf deutscher Seite. Konsequenterweise solllte man die Wissmannsstr. nun in „Straße der lieben arabischen Sklavenhändler“ umbenennen.

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  2. Wer, bitte, soll denn den Namen „Mkomanile“ aussprechen und wer soll den verstehen wenn ich meinen Straßennamen nenne ?
    Mein Schwager wird nächste Woche 92 und hat in der Wißmannstrasse gespielt. Wem gefällt denn jetzt der Name nicht mehr und will sich ein Denkmal setzen ? Es gibt in Neukölln mit Sicherheit dringendere Angelegenheiten.
    Haben Sie mal bedacht wie viel Umstände das für die Bewohner der Straße macht sich überall umzumelden ???

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