#gemeinsambunt: Heteronormative Mehrheitsgesellschaft und LSBTI*-Community feierten in der Neuköllner Oper

Täglich gibt es Diskriminierungen und Gewalttaten gegen Schwule, Lesben, Transpersonen und andere Menschen, die sich nach heteronormativen Kategorien nicht eindeutig als männlich oder weiblich einordnen lassen wollen. Homo- und transphob motivierte Überfälle in der Sonnenallee beantwortete die LSBTI*-Community im Mai 2018 in Neukölln mit einer großen Demonstration und einem Tuntenspaziergang.

Jetzt setzte auch die Mehrheitsgesellschaft im Bezirk ein deutliches Zeichen: Um für ein buntes und vielfältiges Neukölln zu werben, das gegen Gewalt und die Ausgrenzung von Minderheiten eintritt, luden am Mittwochabend das Bezirksamt Neukölln, die Polizei Berlin und die Neuköllner Oper gemeinsam mit vielen namhaften Künstlerinnen und Künstlern zum großen Benefizkonzert #gemeinsambunt ein.

Desirée Nick, die neben Bezirksbürgermeister Martin Hikel und Thomas Hermanns die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernommen hatte, erinnerte sich daran, wie sie die erste Christopher Street Day-Parade in Berlin 1979 zufällig vom Balkon aus beobachtete. „Ich habe mich damals der Demonstration spontan angeschlossen, weil ich vom Spirit und der Aura, die von ihr ausgingen, beeindruckt war“, verriet sie den Gästen, zu denen auch der Vizepräsident der Berliner Polizei, Marco Langner, gehörte.

Dragqueen Gaby Tupper und Sängerin Kaey führten durch das Programm, das unter musikalischer Leitung von Marian Lux stand, der die Sängerinnen und Sänger sowie die Studierenden der SVA Musical & Musiktheater bei ihren Auftritten auch am Flügel begleitete. Anne Grießbach und Sebastian Stipp, die beide Ansprechpersonen für LSBTI bei der Berliner Polizei sind, hatten die Produktionsleitung des Benefizkonzertes übernommen.

Seyran Ates, Frauenrechtlerin, Autorin und liberale Moschee-Gründerin, die wegen ihres Engagements gegen religions- und traditionsbedingte Gewalt an Frauen und Kindern immer wieder Morddrohungen erhält, deshalb permanent unter Polizeischutz steht und auch am Mittwochabend von drei Personenschützern begleitet wurde, sowie Bezirksbürgermeister Hikel hielten als Bestandteil des Programmes kurze politische Reden.

Die Spenden des Abends, die u. a. zwei buntgeschminkte Schwestern des Ordens der Perpetuellen Indulgenz sammelten, gingen an die Schilleria, an die Offene Initiative Lesbischer Frauen RuT – Rad und Tat e. V. sowie an das Projekt Heroes.

Ansprechpersonen für LSBTI (Der Polizeipräsident in Berlin, Landeskriminalamt Zentralstelle für Prävention LKA Präv 1): Anne Grießbach und Sebastian Stipp, Columbiadamm 4, 10965 Berlin, Tel.: (030) 4664-979444

=Christian Kölling=