Neuköllner Grundschule bietet Laufbus als Alternative zum Elterntaxi an

Es gibt viele Gründe, warum Kinder zu Fuß zur Schule gehen sollten. Die Konrad-Agahd-Grundschule hat deshalb in Kooperation mit der AG Urban unter dem Namen „Laufbus“ eine Laufgemeinschaft der Schülerinnen und Schüler organisiert, die Teil des Projektes „Sicher durch den Kiez“ ist. Schulleiterin Simone Schützmann, Projektleiter Michael Pinetzki und Stadtentwicklungsstadtrat Jochen Biedermann stellten am Montagvormittag den Laufbus () der Öffentlichkeit vor, der im QM-Gebiet Körnerpark aus Mitteln der Sozialen Stadt gefördert wird. Die Idee soll sich erfolgreich weiter verbreiten, denn viel zu viele Eltern bringen ihr Kind morgens mit dem Auto zur Schule. Die sogenannten „Elterntaxis“ verstopfen aber nicht nur die Straßen vor Unterrichtsbeginn, sondern verursachen auch gefährliche Situationen beim Aussteigen sowie bei der An- und Abfahrt. Der Laufbus bringt Kindern dagegen ein umwelt- und klimaverträgliches Mobilitätsverhalten bei, indem sie unterstützt werden, kurze Wege im Kiez zu Fuß oder mit dem Rad zurückzulegen.

Der Laufbus funktioniert wie ein Linienbus mit festem Fahrplan und Haltestellen, an denen sich die Kinder der näheren Umgebung zu einer bestimmten Zeit treffen und gemeinsam zur Schule gehen, damit sie als Gruppe besser im Straßenverkehr zu sehen sind. Die Kleinen werden auf ihrem Weg von Eltern begleitet, die abwechselnd als Laufpaten mitgehen und so – gleichsam als wünschenswerter Nebeneffekt – miteinander in Kontakt kommen können. Ältere Kinder aus den Klassen 5 und 6, die den Laufbus unterstützen wollen, können sich bei der Schulleitung als Laufbuddy melden. Laufpaten und Laufbuddys sind über die Schule versichert.

Für den Weg zu Fuß zur Schule spricht, dass Kinder einen natürlichen Bewegungsdrang haben, der Ausdruck ihrer Lebensfreude und Neugier ist. Sie sind stolz auf eigene Fähigkeiten, weshalb sie gerne ihre Selbstständigkeit beweisen. Der tägliche Weg zur Schule schafft Gemeinschaft, weil vor Schulbeginn Neuigkeiten ausgetauscht und auf dem Heimweg die Erlebnisse des Schulalltags verarbeitet werden können. In der Gruppe können die Kinder schließlich gemeinsam Erfahrungen sammeln, wie sie sich sicher auf der Straße bewegen und dabei gleichzeitig die Wohnumgebung erkunden können.

„Ich wünsche dem Laufbus eine lange Laufzeit“, sagte Bezirksstadtrat Biedermann am Montagvormittag und begründete seine Unterstützung des Projektes weiter: “Viele Eltern empfinden den Schulweg wegen des starken Straßenverkehrs als zu unsicher und bringen deshalb ihre Kinder selbst mit dem Auto bis vor die Schule. Es gilt, diesen Teufelskreis zu durchbrechen!“

Anschließend an den Pressetermin, für den die Kinder einige Lieder einstudiert hatten, ging die Gruppe vom Spielplatz Körnergrube zur Turnhalle der Konrad-Agahd-Grundschule. Lehrer, Eltern und Polizei legten hier die Strecke einer zweiten Laufbus-Linie fest, die bald eingerichtet wird, damit die Kinder sicher und gut gelaunt zum Frühstück laufen können, das die Schule ab halb acht vor dem Unterricht anbietet.

Weitere Informationen und Argumente für die Einrichtung von Laufgemeinschaften an Schule gibt es u. a. auf der Webseite des ökologischen Verkehrschlub VCD: https://www.vcd.org/themen/mobilitaetsbildung/vcd-laufbus/

=Christian Kölling=

Eine Antwort

  1. … darüber kann man sich nur richtig freuen und Erfolg und schnelle Nachahmung oder besser noch Verbreitung per Ansteckung wünschen!
    richard

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